Welche Versicherung übernimmt welchen Schaden?

Ein stürmischer Sonntag liegt hinter uns: Sturm Xynthia hat auch in Hessen für so einige Schäden gesorgt. Nicht nur im Wald entwurzelte das Orkantief Bäume, auch Häuser und Autos hat es schwer getroffen. Jetzt ist für Besitzer dieser guter Rat teuer: Welche Versicherung zahlt wann – und wie muss der Schaden gemeldet werden? Wir bringen etwas Licht in den Versicherungsdschungel (mehr dazu auch um 18 Uhr in unserer Sendung "Guten Abend RTL"):

Haus:

 

Wohngebäudeversicherung:

  • Gebäudeschäden durch abgebrochene Äste, umgefallene Bäume, Schornsteine oder Masten
  • Folgeschäden (eindringende Niederschläge) durch abgedecktes Dach und eingedrückte Fensterscheiben

 

Bauleistungsversicherung:

  • Schäden an Häusern, die sich gerade im Bau befinden

 

Hausratversicherung:

  • Sturmschäden an der Einrichtung  

Glasversicherung (häufig Bestandteil der Hausratversicherung)

  • Bruchschäden an Fenster- und Türscheiben und Glasdächern einschließlich der Kosten für eine erforderliche Notverglasung

 

Elementarschadenversicherung

  • Ergänzung zur Hausrat- oder Gebäudeversicherung (nicht möglich in besonders gefährdeten Gebieten)
  • Schäden z.B. durch eindringendes Wasser sind abgedeckt, ein Rückstau aus der Kanalisation zumeist jedoch meisten nicht

 

 

Auto:

 

Teilkaskoversicherung:

  • direkte Sturmschäden (z.B. Umkippen des Wagens) sowie auch indirekte (z.B. durch Gegenstände, die gegen das Fahrzeug geflogen sind)

 

Ausnahmen und Grenzfälle

Beispiel: Von einem Privatgrundstück fällt ein morscher Baum auf ein an der Straße geparktes Auto. Der Baum war morsch und hätte längst gefällt werden müssen. In diesem Fall muss in der Regel der Grundstückseigentümer (bzw. dessen Versicherung) für den Schaden aufkommen. Ein solcher Schaden ist nicht durch höhere Gewalt verursacht worden.

 

 

Wie melde ich den Schaden?

 

1)

Setzen Sie sich so schnell wie möglich mit Ihrer Versicherungsgesellschaft in Verbindung, um

  • den Schaden zu melden und
  • sich die Erlaubnis geben zu lassen, Sofortmaßnahmen (z.B. Entfernen eines umgestürzten Baums, Errichtung eines provisorischen Dachs) einleiten zu dürfen.

 

2)

Melden Sie auch kleinere Schäden unverzüglich der Wohngebäude- und/oder Hausratversicherung. Schon drei, vier Tage Verzögerung können zu Abzügen bei der Entschädigungszahlung führen.

 

3)

Machen Sie Fotos von der/den Beschädigung/en. Sie können bei eventuell auftretenden Streitfällen helfen.

 

4)

Beauftragen Sie einen eigenen Gutachter, wenn Sie mit dem Sachverständigen der Versicherung unzufrieden sind.

 

5)

Leisten Sie an andere Geschädigte („Ihr“ Baum fiel auf Nachbars Haus) keine Zahlungen, die nicht mit Ihrer Versicherung abgesprochen wurden. Sonst kann es Ihnen passieren, dass Sie nachher auf den Kosten sitzen bleiben.

 

6)

Überprüfen Sie den Umfang Ihres Versicherungsvertrages. Sind die versicherten Summen noch zeitgemäß? Falls nicht, droht Ihnen bei der Entschädigung ein Abzug wegen Unterversicherung.