Woher kommt der Aprilscherz?

Mit dem Monat April hat die Geschichte mit dem „In-den-April-schicken" nichts zu tun, denn der lateinische Ursprung des Monatsnamen steht für das Öffnen, den Frühlingsbeginn.

Doch der erste Tag eines Monats gilt traditionell als Unglückstag und ganz besonders der 1.April. Der Sage nach soll Judas an diesem Tag geboren sein und der Engelssturz stattgefunden haben, allerdings gibt es darüber widersprüchliche Quellen.

Das Wort Aprilscherz existiert erst seit dem 19.Jahrhundert, doch schon seit 1618 taucht die Redeweise „in den April schicken" im deutschsprachigen Raum auf. Schon in früheren Zeugnissen wird allerdings von Scherzen zur Frühlingszeit berichtet.

Wie es allerdings dazu kam, dass der 1.April zum Tag wurde, an dem sich die Menschen gegenseitig einen Bären aufbanden ist nicht geklärt. Hier die spannendsten Ursprungstheorien, insgesamt soll es mehr als 800 von ihnen geben:

  • Der 1. April gilt, als Geburts- oder Todestag des Judas Ischariot, der Jesus Christus verraten hat. Zudem ist der 1. April angeblich der Tag des Einzugs Luzifers in die Hölle und daher ein Unglückstag, an dem man sich besonders vorsehen muss.
  • Angeblich bat an einem 1. April ein sechzehnjähriges Mädchen, dessen Name unbekannt ist, Heinrich IV., König von Frankreich in den Jahren 1589-1610, der sich jungen Damen geneigt zeigte, schriftlich um ein heimliches Rendezvous in einem diskreten Lustschloss. Als Heinrich zu dem Tête-à-tête erschienen sei, habe ihn überraschend der versammelte Hofstaat begrüßt, vorgestanden von seiner Gemahlin Maria von Medici, welche ihm untertänigst dafür gedankt haben soll, dass er ihrer Einladung zum „Narrenball" gefolgt sei.
  • Ein weiterer möglicher Ursprung des Brauchs ist auf ein Ereignis während des Achtzigjährigen Krieges in den Niederlanden zurückzuführen. Am 1. April 1572 wurde Brielle als erste holländische Stadt von den Wassergeusen erobert. Dem verhassten spanischen Statthalter Fernando Álvarez de Toledo „drehte man daraufhin eine Nase", was sich bis heute in den holländischen Geschichtsbüchern manifestiert: „Op 1 april verloor Alva zijn bril" (Am 1. April verlor Alba seine Brille!).
  • Eine andere Theorie siedelt den Ursprung des Aprilscherzes im 16. Jahrhundert an. Bis 1564 begann das französische Jahr am 1. April. Als König Karl IX. den Jahresbeginn auf den 1. Januar verlegen liess, wechselte damit auch das Datum, an dem man kleine Geschenke austauschte. Einige Schelme sollen aber weiterhin auch am 1. April kleine Gaben überreicht haben, diesmal wertlose.
  • Auch das bekannte Aprilwetter („April, April kann tun, was er will ...") wird als Erklärung herangezogen.
  • Johannes Gutenberg, der Erfinder des Buchdruckes, soll am 1. April 1440 Freunden ein Mittel zur mehrfachen Verwendung von Druckbuchstaben angekündigt haben. Diese - so die Legende - malten sich den Drucker mit einer Säge vor schweren Metallplatten aus, und dachten, er wolle sie nur zum Narren halten. Es gibt jedoch keinen Beleg für so frühe Versuche mit gegossenen Buchstaben.

Beispiele:

  • 1957 schon zeigte die britische BBC einen Beitrag über die Spaghetti-Ernte in der Schweiz. Die Spaghetti hingen erntebereit in den Bäumen und die sogenannten Spaghettibauern freuten sich über den harmlos verlaufenen Winter und die bevorstehende Ernte. Tatsächlich wurde der Film in St Albans gedreht.
  • Der SWR zeigte 1965 einen bierernsten Mitarbeiter, der dem Zuschauer eine neue Sendetechnik vorstellte, welche während des Beitrags begonnen wurde. Hierbei erschien das Bild auf der Seite liegend, weshalb die Zuschauer entweder sich selbst oder ihren Fernseher in Schräglage zu bringen hätten.
  • Häufig kursiert zum 1. April die Nachricht, dass in Großbritannien oder Nordirland der Rechtsverkehr eingeführt werde. Eine interessante Variation brachte in den 1980er Jahren eine (West-)Berliner Tageszeitung, die mit einer kunstvollen Fotomontage einer komplizierten Autobahnauffahrt an der Sektorengrenze unterstrich, dass im britischen Sektor der Stadt tatsächlich der Linksverkehr eingeführt werden solle.
  • Der Radiosender Energy Hamburg leistete sich am 31. März 2000 einen vorgezogenen Aprilscherz und behauptete, die russische Raumstation Mir drohe auf Hamburg zu stürzen. Bei der Polizei gingen zahlreiche Notrufe ein. Der Sender beendete die Aktion schon nach wenigen Stunden und entschuldigte sich anschließend bei seinen Hörern.
  • 2007 meldete die Internetpräsenz der Tagesschau, die Erkennungsmelodie der Sendung werde künftig nicht mehr jeden Abend von einem Orchester live gespielt. Lediglich der traditionelle Gong werde weiterhin von Hand geschlagen.
  • 2008 publiziert Google ein Virgle genanntes Vorhaben, das es in den nächsten 100 Jahren ermöglichen soll, auf dem Mars zu leben. Interessant hierbei ist das letzte Wort auf einer verlinkten Seite, die zu einer simulierten Fehlerseite führt. Hier heißt es sinngemäß: „Okay Aprilscherz. [...] Virgle ist nicht real. - Noch nicht."
  • In Hessen gab es in diesem Jahr schon einen verfrühten Aprilscherz. Mit in Bahnhöfen verteilten Flugblättern wurde verbreitet, dass Bahnfahren von nun an kostenlos sei. Die VGF reagierte entspannt.