Self-Publishing: Selbst ist der Autor

Online seit: Donnerstag, 15.10.2015
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Da hat man ein Buch geschrieben und dann geht sie los, die Suche nach einem Verlag, der das Werk genauso toll findet, wie man selbst. Die andere Variante: der Autor bringt das Buch einfach auf eigene Kappe raus - so wie Gudrun Heinke aus Heusenstamm. "Self-Publishing" heißt das. Wie das funktioniert und warum der Markt für selbst herausgebrachte Bücher enorm wächst - Lucia Voßbeck-Elsebusch mit den Antworten.

Tipps fürs Self-Publishing:

1. Ziele setzen – Ein E-Book ist in der Regel sehr umfangreich und nicht zu vergleichen mit einem Artikel oder Blogpost. Man braucht klare Grenzen, einen Zeitplan - z.B. bis 18 Uhr sollte das Kapitel beendet sein, anschließend habe ich eine Woche für das nächste Kapitel.

2. Nicht zu viel Druck aufbauen – Ziele sind wichtig, Druck ist kontraproduktiv. Wer sich zu sehr unter Druck setzt, verliert Produktivität und Kreativität, ein Teufelskreis entsteht. Pausen sind wichtig, auch wenn es Zeit kostet, der Körper und insbesondere der Kopf werden es danken.

3. Naivität vermeiden – Gerade beim ersten E-Book besteht die Gefahr, dass man zu naiv an das Projekt herangeht. Nur schreiben und dann das große Geld verdienen wird nicht funktionieren beim Self-Publishing. Dazu gehören auch noch Dinge wie Cover-Design, Marketing, Pressearbeit, Konvertierung – die Liste ist endlos.

4. Nische finden – sich nicht mehr Konkurrenz auszusetzen als nötig. Der fünfhundertste iPhone-Ratgeber wird es schwerer haben als ein tolles Tauchertagebuch von den 30 schönsten Stränden der Welt.

5. Rat einholen – Auch wenn man beim Self-Publishing meist ganz alleine für sein Projekt verantwortlich ist, hilft es, sich Rat einzuholen. Dafür eignen sich besonders Freunde, Bekannte, Kollegen oder Familienangehörige, die sich nicht scheuen, eine ehrliche Meinung loszuwerden.

6. Design ist entscheidend – Vor dem Text stehen immer das Cover, der Titel und der Untertitel. Das sind die Hauptkriterien für den Klick auf das Buch und anschließend möglicherweise den Kauf. Der Titel sollte möglichst knackig und ansprechend sein, der Untertitel knapp beschreiben, um was es geht und das Cover-Design auffällig aber zum Thema passend sein.

7. Der Preis ist heiß – Ein weiteres Hauptkriterium für den Kauf ist natürlich der Preis, insbesondere bei E-Books ein kleines Mysterium. 2,99 Euro sind für ein schmales E-Book angemessen, davon bleiben meist zwischen 1,50 bis 2,00 Euro beim Autor hängen. Für umfangreichere Werke sollte man sich allerdings auch trauen, einen angemessenen Preis festzulegen.

8. Der Kunde ist König – Ist das E-Book dann unter die Leute gebracht, sollte man die Ohren beim Kunden haben: Konstruktive Kritik sollte man wertschätzen und daraus lernen, auf Rezensionen verständnisvoll antworten. 

9. Langfristiges denken – Nicht selten kommen Self-Publisher durch ihr erstes E-Book auf den Geschmack und starten bald ihr nächstes Projekt. Insbesondere beim Marketing heißt das, nicht nur an den schnellen Kauf zu denken, sondern sich eine Community aufzubauen, die auch Lust hat, das nächste E-Book-Projekt zu unterstützen. Dazu eignen sich natürlich die Sozialen Netzwerke besonders gut, aber auch Foren, E-Mail-Listen und Lesungen sollten nicht unterschätzt werden.

Hier können Sie ihre Werke beispielsweise verlegen: www.bod.de; www.book-on-demand.de; www.edition-winterwork.de; www.epubli.de; www.neobooks.com; www.tredition.de;

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