Bilanz zur Lärmpause am Frankfurter Flughafen

Online seit: Donnerstag, 11.02.2016
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Haben die Anwohner am Frankfurter Flughafen wirklich eine Stunde weniger Lärm? Diese Frage hat Verkehrsminister Tarek Al-Wazir beantwortet. Denn seit April 2015 wird ein neues Modell getestet, bei dem abwechselnd einzelne Bahnen für Starts und Landungen gesperrt werden, um den Menschen eine extra Lärmpause zu verschaffen. Tim Kirschsieper berichtet.

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Eine Lärmpause bedeutet noch mehr als der Schutz vor nächtlichem Fluglärm:

Das generelle Fluglärmschutzgesetz schreibt vor:

  • Nachts darf es zu höchstens sechs Schallereignisse mit 53 dB(A) bei gekippten Fenster kommen (entspricht 15 dB(A) mehr außen).
    Das entspricht einem leisen Gespräch.

Eine Lärmpause bedeutet laut Fluglärmkommission:

  • Es darf zu höchstens sechs nächtlichen Schallereignissen mit 43 dB(A) bei gekippten Fenster (außen: 58 dB(A)) kommen. Das entspricht sechs einzelnen Anschlägen auf einer Computertastatur.

So funktioniert das Ganze in Frankfurt:

Morgens von 5 bis 6 Uhr und abends von 22 bis 23 Uhr werden einzelne Start- und Landebahnen nicht genutzt. 44.000 Frankfurter und 24.000 Offenbacher können sich abends auf mehr Ruhe einstellen. Neu-Isenburger und Hanauer sind in dieser Stunde mehr belastet, werden aber in der Morgenstunde dafür entschädigt. Zwischen 5 und 6 Uhr fliegen die Maschinen dann über Erlensee und Hasselroth.
Ein Jahr lang soll das Modell nun im Probebetrieb getestet werden – Wirtschaftsminister Tarek Al-Wazir verspricht regelmäßigen Austausch mit der Fluglärmkommission und ergänzende Maßnahmen vor allem den Ostbetrieb betreffend.

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