Die neuesten "Stöffche"-Trends

Online seit: Freitag, 03.06.2016
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Am 3. Juni 2016 ist ist Weltapfelweintag! Allerdings trinken immer weniger Menschen das hessische Nationalgetränk. Deshalb müssen kreative Ideen her, um den Äppler wieder beliebter zu machen. Tim Kirschsieper verrät Ihnen, wie diese aussehen.

Hessen kulinarisch- ein kleines Lexikon:

Geripptes

Ein Geripptes, auch Apfelwein- oder Schoppenglas genannt, ist ein Trinkgefäß aus Glas mit einer rautenförmigen Außenstruktur. Während sich der Name „Geripptes“ auf die äußere Gestaltung bezieht, verweist das „Schoppenglas“ auf das alte Hohlmaß Schoppen. Neben den Varianten aus Glas gibt es auch „Gerippte“ aus Plastik als Ein- oder Mehrwegbecher. Letztere sind in bunten Versionen sehr beliebtes Kindergeschirr.

Apfelwein

Das hessische Urgetränk, erfreut sich größter Popularität. Denn der Apfelwein hat in Hessen eine große Tradition.
Um ca. 1501 verringerten sich die Erträge von Wein, durch schlechte klimatische Bedingungen und Rebkrankheiten so stark, dass teurer Wein aus anderen Regionen in die Umgebung von Frankfurt importiert werden musste. Dies führte zum verstärkten Konsum von Apfelwein, der nach wie vor billig herzustellen war. Ein hessisches "Nationalgetränk" war geboren. Bereits 1713 beschwerten sich die Frankfurter Bierbrauer über den stark zunehmenden Ausschank der sog. Bauernwirte. Heute werden ca. 70 Millionen Liter Apfelwein im Jahr produziert.
Die große Nachfrage mag an dem Fitnesseffekt des Apfelwein liegen. Der Apfelwein gilt als Getränk, das nicht müde macht sondern sogar den Kreislauf und das Nervensystem anregt. In dem Gebräu enthalten sind organische Fruchtsäuren, Mineralien, Zucker, Aromastoffe und etwa 5,5 Volumenprozent Alkohol. Die beste Trinktemperatur liegt bei etwa 12 Grad Celsius.
Besonders interessant ist die Kalorienarmut des Apfelweins: Die Anzahl der Kalorien liegt deutlich unter der von Bier, Rotwein und sogar Apfelsaft.

Grüne Soße

Grüne Sauce ist eine kalte Kräutersauce, die meist zu gekochtem Fleisch oder Fisch, kaltem Braten, Pellkartoffeln oder Salzkartoffeln gereicht wird. Sie wird mit Kräutern auf der Basis von Schmand und saurer Sahne bereitet. Auch Pflanzenöl und Eier bzw. Mayonnaise werden verwendet. In Varianten ist grüne Sauce in verschiedenen Ländern bekannt: in Deutschland vor allem aus Frankfurt am Main (Frankfurter Grüne Soße), Mittelhessen und Kassel. In diesen Regionen gilt die jeweilige Zubereitungsvariante als besondere regionale Spezialität. In Italien ist sie als Salsa verde, in Frankreich als Sauce verte bekannt.
Diese Kräuter gehören in eine klassische Grüne Soße: Petersilie, Schnittlauch, Kerbel, Sauerampfer, Dill, Borretsch und Kresse.

Eisig streicht der Wind dem Kerbel übers krause Köpfchen und die Pimpernelle schlottert. Einzig der Sauerampfer steht seinen Mann, während der Schnittlauch lieber in Deckung geht. Dieses Frühjahr ist entscheiden zu kalt. So wohl behütet im Haus sprießt nur die Kresse. Aber nicht mehr lange: längst wetzen die Gärtner aus Frankfurt Oberrad Scheren und Messer. Denn Grün-Donnerstag ist Hochzeit für die Grüne Soße.

Handkäs’ mit Musik

Handkäse ist eine Standardsorte aus der Gruppe der Sauermilchkäse. Der Name und die Größe des Käses stammen von der ursprünglichen Herstellungsweise, bei der der Käse mit der Hand geformt wird. Die Käseart wurde in der Vergangenheit in vielen Regionen hergestellt (z. B. in Westfalen, Niedersachsen, Schlesien und Hessen), wird heute aber vor allem mit dem Rhein-Main-Gebiet und den dazu benachbarten Gebieten in Hessen, Rheinhessen und der Pfalz verbunden.

„Musik“ ist eine traditionelle Marinade aus Zwiebeln, Essig und Öl, Pfeffer und Salz, die auch bei anderen Käsesorten wie Limburger oder Munster, aber auch bei Würsten wie Presssack oder Stadtwurst angewandt wird. Oft wird noch ein wenig Wasser, ein Schuss Apfelwein oder Wein zugegeben. Sollte der Kümmel nicht bereits bei der Reifung zugefügt worden sein, so kann er der Marinade zugefügt werden.

Angeblich spielt die Bezeichnung „mit Musik“ auf die Geräusche an, die bei den Verdauungsprozessen der Zwiebeln entstehen können. Eine andere Theorie, was die Musik bei Handkäs mit Musik sein soll, geht darauf zurück, dass Essig und Öl früher separat gebracht wurden und diese Flaschen beim Servieren aneinander schlugen und somit die „Musik“ machten.

Frankfurter Kranz

Der Frankfurter Kranz ist eine hessische Tortenspezialität. Bestehend aus Bisquitteig geschichtet mit Buttercreme und Konfitüre und bestreut mit Krokant ist der Frankfurter Kranz eine deutschlandweit bekannte Kalorienbombe. Die Frankfurter Süßspeise findet man in jeder Konditorei, sowie in den gängigen Supermärkten.

Frankfurter Bethmännchen

Bethmännchen sind eine Gebäckspezialität aus Frankfurt am Main. Aus einem Marzipanteig aus gemahlenen Mandeln, Puderzucker und Rosenwasser werden kleine Kugeln geformt, die mit jeweils drei halbierten Mandeln verziert, mit Eigelb glasiert und gebacken werden.

Die Bethmännchen sind kleine Marzipanstammen aus dem Hause der Patrizierfamilie Bethmann. Früher waren es einmal vier Mandeln zum Verzieren - für jeden Sohn der Familie eine. Als 1845 einer der Söhne starb, wurde eine Mandel weggelassen.

Ahle Worscht

Die „Ahle Worscht“ ist eine nordhesische Spezialität. „Ahle“ heißt im nordhessischen Dialekt „alte“ und bringt zum Ausdruck, dass es sich um eine lange gereifte Wurst handelt.

Die Wurst wird hergestellt aus durchgedrehtem Schweinemuskelfleisch und Schweinespeck. Gewürzt wird ausschließlich mit Salz, Pfeffer und Salpeter, regional unterschiedlich kommen noch Muskat, Nelkenpfeffer, Zucker, Knoblauch, Rum oder Weinbrand und Kümmel hinzu. Die langsame Reifung bei relativ hoher Luftfeuchtigkeit ist das besondere Kennzeichen der Wurst. Die Ahle Wurscht kann geräuchert oder luftgetrocknet hergestellt werden.

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