Fahrradanhänger für Kinder: Sicher oder nicht?

Online seit: Mittwoch, 03.08.2016
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Gerade jetzt im Sommer sind wieder viele Menschen mit dem Fahrrad unterwegs und da sieht man wieder überall Eltern, die ihre Kinder in einem Anhänger sitzen haben. Diese sind total praktisch, denn da passen bis zu zwei Kinder rein und man kann sie auch zum Buggy umfunktionieren. Aber was taugen die Dinger eigentlich und wie sicher sind sie? Franziska Kaempfert hat nachgefragt.

Öko-Test hat getestet:

Testergebnisse - Kinderfahrrad-Anhänger

ƒƒEinige Hersteller haben viel dazugelernt, andere weniger: In den Fahrradanhängern der Anbieter Thule, Burley und Zwei plus zwei sind Kinder weitgehend sicher aufgehoben. Klassenprimus ist der am geringsten mit Schadstoffen belastete Chariot Chinook. Von den vier „befriedigenden“ Modellen im Test überzeugte der ultraleichte Burley D’Lite am meisten – fast hätte es auch hier noch zu einem „guten“ Gesamturteil gereicht. Dagegen erfüllen die Produkte von Kid‘s Touring, Kindercar und Monz wichtige Kriterien der neuen Sicherheitsnorm nicht. Drei von acht Kinderkutschen rasseln durch die Sicherheitsprüfung: Der Kindercar Twin Safe schwächelte in puncto Seitenaufprallschutz. Im Kid’s Tourer kann es bei einem Überschlag eng werden: Im Test hatte der Kopf des Prüfdummys nach einer 180-Grad-Drehung des Anhängers Bodenkontakt. Mit dem Monz Blue Bird läuft man Gefahr, an Hindernissen hängenzubleiben: Zu sparsam dimensioniert ist hier die sogenannte Ablenkvorrichtung vor den Rädern – eine schräge Kante, die verhindern soll, dass sich Gegenstände zwischen Rad und Gehäuse verfangen können. Ob die genannten Modelle zu einem Zeitpunkt gefertigt wurden, als die Norm bereits gültig war, konnten wir anhand der Produktkennzeichnungen nicht genau nachvollziehen. Doch die Normkriterien sind schon länger bekannt und die Hersteller hätten sich darüber informieren können. Hinzu kommt bei den drei Modellen die beträchtlicheSchadstoffbelastung: Im Kids Tourer und im Kindercar fanden wir erschreckend hohe Mengen der Phthalate (Weichmacher) DIDP und DINP, die im Verdacht stehen, Leber und Nieren zu schädigen und die in Babyartikeln und Spielzeugen aus Weich-PVC, die von
Kindern in den Mund genommen werden können, nicht enthalten sein dürfen. Im Modell von Monz wurde Anilin nachgewiesen, ein Farbstoffbestandteil, der unter Krebsverdacht steht. (Quelle: Öko-Test)

 

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