So gut ist unser Leitungswasser

Online seit: Freitag, 14.07.2017
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Wir müssen uns den Rücken krumm buckeln, um es in die Wohnung zu bekommen, zahlen dafür bis zu 300 mal mehr und belasten auch noch die Umwelt. Klingt ziemlich dumm, oder? So ist das aber, wenn man sein Trinkwasser aus dem Supermarkt holt. Dabei ist das Leitungswasser genauso gut.

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Welche Inhalte machen Leitungswasser ungenießbar - und wie gefährlich sind sie?


Blei:

  • Maximal 10 mg pro Liter darf vom Schwermetall Blei im Trinkwasser enthalten sein. Dieser Wert kann nur eingehalten werden, wenn die Wasserleitungen nicht aus Blei bestehen. Seit 1973 ist die Verwendung von Bleileitungen für Trinkwasser in Deutschland verboten. Ist Ihr Haus also älteren Datums, können Sie sich bei Ihrem Vermieter erkundigen, ob das Wasser bereits auf Blei untersucht worden ist. Ist der Wert erhöht, muss der Vermieter für einen Austausch der Leitungen sorgen - und ist außerdem verpflichtet, den Mieter über eine eventuelle Belastung zu informieren. Als Hausbesitzer können Sie sich an die Experten des Deutschen Vereins für Gas- und Wasserfach wenden, um Ihre Leitungen checken zu lassen.
    Bleihaltiges Trinkwasser ist besonders für Säuglinge, Kleinkinder und Schwangere bedenklich, da es hier die geistige und nervliche Entwicklung des Kindes beeinflussen kann. Bei Erwachsenen ist es weniger gefährlich, dennoch kann zuviel Blei im Wasser das Nervensystem, die Nieren und die Blutbildung belasten.

Nitrat:

  • Nitrat gelangt vor allem durch die Überdüngung von landwirtschaftlichen Flächen in unser Trinkwasser. Etwa drei Viertel des deutschen Trinkwassers wird aus Grundwasser gewonnen, und in dieses sickert das Nitrat aus dem stickstoffhaltigen Dünger. Bei der Aufbereitung des Trinkwassers ist es sehr schwierig, das Nitrat vollständig herauszufiltern. Besonders Säuglinge gefährdet bereits schon ein geringer Anteil Nitrat im Trinkwasser extrem. Nitrat verringert den Sauerstofftransport des Blutes, was für Babys tödlich enden kann. Gesetzlich erlaubt ist ein Nitritgehalt im Trinkwasser von bis zu 50 mg pro Liter, unterhalb dieser Grenze ist es auch für Babys unbedenklich. Eine zu hohe Belastung mit Nitrat kann die Entwicklung von sogenannten Nitrosaminen fördern, die als krebserregend gelten und somit auch für Erwachsene gefährlich sind.

Legionellen:

  • Legionellen sind Bakterin, die in natürlichen Gewässern vorkommen und von dort ins Trinkwasser gelangen. Temperaturen zwischen 25 und 55 Grad, selten durchspülte Leitungen und zu große Wassertanks begünstigen die Ausbreitung von Legionellen. Hier besteht vor allem Gefahr, wenn man die Bakterien einatmet - z.B. beim Duschen, im Whirlpool oder durch die Klimaanlage. Die sogenannten Legionärskrankheit ist eine schwere Lungenentzündung, die unbehandelt tödlich verlaufen kann. Als Risikogruppen gelten Raucher, Senioren und Menschen mit geschwächten Immunsystem. Wichtig ist es daher, auf die Temperatur des Kalt- und Warmwassers und die Hygiene an den Austrittsstellen des Wassers zu achten. Falls Sie Ihr Zuhause länger verlassen, spülen Sie bei Heimkehr die Leitungen etwa fünf Minuten durch.

Weitere Informationen zum Thema Trinkwasser bietet das Hessisches Sozialministerium auf seiner Website an.

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