Von wegen Kinderparadies: So gefährlich sind Hessens Spielplätze

Online seit: Dienstag, 25.07.2017
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Wenn Sie mit Ihren Kindern regelmäßig auf den Spielplatz gehen, dann haben Sie sich bestimmt auch schon das eine oder andere Mal über die teilweise katastrophalen Zustände aufgeregt. Laut einer aktuellen Untersuchung gelten drei von vier Spielplätzen sogar als gefährlich. Malina Heiler und Philip Hinken haben sich umgesehen.

Auf der Internetplattform Spielplatznet.de können Sie Spielplätze in Ihrer Nähe finden und eintragen, um sie auch anderen ans Herz zu legen. Sie können kostenlos Fotos hochladen und den Spielplatz bewerten. Insgesamt 54329 Spielplätze deutschlandweit gibt es bisher in dem Portal, das Sie sich auch als App herunterladen können.

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Zehn Spielplatz-Tipps für mehr Sicherheit
(Quelle: TÜV Rheinland)

Jeder kann selbst dazu beitragen, dass Kinder Spielplätze sicher nutzen können. Die Fachleute von TÜV Rheinland haben zehn einfache Regeln zusammengestellt:

  • Spielgeräte und Einfassungen/Umrandungen selbst genau anschauen: Die Geräte sind einer starken Beanspruchung durch die Kinder, Wind und Wetter ausgesetzt. Ist Holz faulig, sind Pilze auf der Oberfläche erkennbar, Metall verrostet, gibt es spitze Stellen, Nägel oder Schrauben, an denen sich Kinder verletzen können? Melden Sie solche Mängel.
  • Auf Sauberkeit achten: Hundekot, Glasscherben und anderer Müll haben auf Spielplätzen nichts verloren. Droht Verletzungsgefahr oder besteht starke Verschmutzung, sollte dies sofort dem Betreiber gemeldet werden, wenn eine unmittelbare Beseitigung nicht möglich ist.
  • Erwachsene sollten Spielgeräte im Zweifel selbst testen: Ist die Rutsche noch standfest? Was ist mit dem Schaukelseil? Die Geräte müssen auch einer größeren Gewichtsbelastung durch Erwachsene standhalten.
  • Die spielenden Kinder immer im Auge behalten: Kinderspiel ist niemals ganz ungefährlich, manchmal schätzen Kinder die Situation falsch ein oder überschätzen die eigenen Fähigkeiten.
  • Hinweise auf dem Spielplatzschild beachten: Das gilt beispielsweise für Spiel- und Ruhezeiten, aber auch die Benutzung von Fahrrädern oder das Mitbringen von Tieren. Auch das Spielen mit Fahrradhelm ist nicht erlaubt (Unfallgefahr!).
  • Bodenbelag checken: Sand, Rindenmulch oder anderer Bodenbelag können als Fallschutz nur dienen, wenn sie in einem gutem Zustand und ausreichend vorhanden sind.
  • Zustand der Grünanlagen: Gibt es Pflanzen oder Wildwuchs auf der Spielanlage, der für Kinder gefährlich sein könnte? Das gilt auch für Windbruch an Bäumen und Sträuchern, wenn angebrochene Äste plötzlich herabfallen.
  • Zweckentfremdung melden: Auch Anwohner können zur Sicherheit auf den Spielanlagen beitragen. Wird der Spielplatz offensichtlich zweckentfremdet und zur abendlichen Feierzone, sollten sie den Betreiber darauf hinweisen.
  • Als Spielplatzpate engagieren: Viele Städte und Gemeinden setzen inzwischen auf ehrenamtliche Spielplatzpaten. Der Aufwand ist sehr überschaubar, der Nutzen für alle Kinder groß.

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