Jakobskreuzkraut und Bärenklau: Unscheinbare Gefahr

Online seit: Dienstag, 01.08.2017
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Pflanzen sehen in der Regel schön und harmlos aus. Bei manchen trügt der Schein jedoch und Sie müssen höllisch aufpassen - wie bei dem Jakobskreuzkraut. Das wird nämlich zum ernsthaften Problem für Hessen. Michael van Alst berichtet.

Mehr Infos zum Jakobskreuzkraut und zum Bärenklau finden Sie hier:

Jakobskreuzkraut:

Das Jakobskreuzkraut ist eine meist zweijährige, manchmal auch länger ausdauernde krautige Pflanze und erreicht Wuchshöhen von 30 bis 100 Zentimetern. Im ersten Jahr wird eine grundständige Blattrosette aus etwa 20 Zentimeter langen Laubblättern gebildet. Ein oft dunkelrot überlaufener, aufrechter Stängel mit Blütenständen entwickelt sich erst im zweiten Jahr. Charakteristisch ist aber auch ihre gelbe Blüte.

Besonders für Weidetiere ist das Jakobskreuzkraut eine Gefährdung, da es die leberschädigenden Stoffe Pyrrolizidinalkaloide enthält, welche bei größerer Aufnahme zum Tode führen können. Symptome für eine Vergiftung sind:

  • Nachlassende Kondition
  • Depression, Teilnahmslosigkeit, im Endstadium Tobsucht
  • Wesensänderungen im allgemeinen
  • Kolik, kolikartige Beschwerden, Verstopfung oder blutiger Durchfall
  • Gewichtsverlust
  • Lecksucht
  • Häufiges Gähnen
  • Schwellungen, Rötungen an Abzeichen (Gesicht, Fesseln)
  • Toxische Hufrehe
  • Photosensibilität, Sonnenbrand
  • Haarausfall bis hin zu großflächigen Hautablösungen
  • Unkoordinierte Bewegungen
  • Gelbfärbung der Lidbindehäute
  • Blindheit
  • Hepatitisches Koma

Schuld am hohen Vorkommen der giftigen Pflanzen sind das fehlende Mähen von Böschungen, Feldrainen und Bürgersteige aber auch die Extensivierung der Grünlandflächen. Daher empfiehlt der Hessische Bauernverband, seine Grundstücke ordnungsgemäß zu verwalten und das Jakobskreuzkraut einzudämmen.

Bärenklau:

Die Wiesen-Bärenklau ist eine ausdauernde, krautige Pflanze, die Wuchshöhen von bis zu 1,5 Metern erreicht. Die Grundachse ist dick, verzweigt und tiefwurzelnd. Die Pflanze verströmt einen unangenehmen Geruch und enthält reichlich ätherische Öle. Der Stängel ist kantig gefurcht. Die Laubblätter sind drei- bis vierfach fiederschnittig. Die Blätter haben eine große, als Knospenschutz dienende Blattscheide.

Die Früchte sind geflügelte Doppelachänen. Die Früchte reifen zwischen Juli bis September. Der Wiesenbärenklau blüht von Juni bis September.

Nach Berührung der Pflanze können unangenehme Rötungen und Schwellungen der Haut auftreten („Wiesen-Dermatitis“). Sie werden durch die lichtempfindlich machenden Furocumarine verursacht. Von dieser Stoffklasse sind in den Wurzeln Pimpinellin, Isopimpinellin, Sphondin und Bergapten enthalten, in den Früchten außerdem Xanthotoxin und Imperatorin. Unreife Früchte besitzen den höchsten Furocumaringehalt.

Daher sollten Sie den Bärenklau immer nur mit Handschuhen berühren und direkten Hautkontakt vermeiden.

Weitere Informationen finden Sie unter folgenden Seiten:

NABU

Arbeitskreis Kreuzkraut e.V.

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