Nahrungsergänzungsmittel: Schaden oder Nutzen?

Online seit: Dienstag, 29.08.2017
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Wer hoch dosiert Vitamin B6 und B12 einnimmt, erkrankt schneller an Lungenkrebs. Das besagt eine aktuelle Studie der Universität in Ohio. Dass Nahrungsergänzungsmittel umstritten sind, hört man in der letzten Zeit ja auch vermehrt. Trotz dieser Warnungen nehmen viele - vor allem Hobbysportler - oft zur Unterstützung Pillen und Pülverchen. Sind die gefährlich? Und worauf sollten Sie achten? Tim Kirschsieper und Lucas Reichmann geben Antworten.

Was sind Nahrungsergänzungsmittel?
Nahrungsergänzungsmittel sind Produkte, die die reguläre Nahrung ergänzen sollen. Es gibt sie in verschiedenen Varianten. Ob als Tablette, Kapsel oder als Pulver. Die Produkte enthalten konzentrierte Nährstoffe, die meistens in hoher Dosierung auftreten.

Diese Stoffe können Nahrungsergänzungsmittel beinhalten:
- Vitamine und Provitamine (Vitamin C, Vitamin E, Folsäure, Betacarotin)
- Mineralstoffe (Magnesium, Zink, Eisen, Calcium)
- Fettsäuren (Omega-3- und Omega-6-Fettsäuren)
- Eiweißbestandteile (L-Cystein, L-Carnitin)
- Kohlenhydrate
- Sonstige Inhaltsstoffe (Bierhefe, Algen)

Ein Nahrungsergänzungsmittel muss als solches gekennzeichnet werden. Sie können auf dem Etikett ablesen, welche Inhaltsstoffe enthalten sind, die empfohlene tägliche Verzehrmenge und auch eine Warnung, dass das Produkt außerhalb der Reichweite von Kindern aufbewahrt werden sollte.

Lebt man gesünder mit Nahrungsergänzungsmitteln?
In Deutschland bekommen wir meist alle wichtigen Nährstoffe, die unser Körper braucht. Dazu gehört natürlich auch eine ausgewogene Ernährung. Zusätzliche Vitamine und Mineralstoffe einzunehmen ist also nicht zwingend erforderlich. Um Mangelzustände auszugleichen, ist aber eine Einnahme von Nahrungergänzungsmitteln sinnvoll.

Sind die Produkte schädlich?
Schädliche Wirkungen sind nicht auszuschließen. Forschungsergebnisse weisen sogar darauf hin, dass Präparate mit Vitamin A, E und Betacarotin das Risiko für Erkrankungen erhöhen können. Folsäure beispielsweise erhöht das Prostatakrebs-Risiko bei Männern, bei einer Überdosierung von Kalium drohen Herzrhythmusstörungen oder gar ein Kreislaufkollaps.

Diese Fragen sollten Sie sich vor der Einnahme stellen:
- Warum möchte ich das Nahrungsergänzungsmittel nehmen?
- Gibt es andere Möglichkeiten, um die eigene Gesundheit zu fördern?
- Habe ich einen Nachteil, wenn ich das Mittel nicht nehme?
- Hat das Mittel einen realen Nutzen für mich?

Detailiertere Auskünfte zu Nahrungsergänzungsmitteln finden Sie beim Bundesinstitut für Risikobewertung.

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