Schwarzbuch 2017: Steuerverschwendung in Hessen

Online seit: Donnerstag, 05.10.2017
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Wo wird Geld verschwendet? Das versucht der Bund der Steuerzahler in seinem Schwarzbuch aufzudecken. Wir zeigen kuriose Fälle von Geldverschwendung. Wie zum Beispiel die Umgehungsstraße in Heringen im Kreis Hersfeld-Rotenburg. Die ist seit Jahren fertig, aber bis heute rollt dort kein Auto. Und genau deshalb ist sie auch im aktuellen Schwarzbuch aufgeführt, das heute vorgestellt wurde. Alex Pitronik und Lucas Reichmann über sinnlose Steuerverschwendungen.   

Und noch mehr Steuerverschwendung in unserem Bundesland:

  • Das Landgestüt Dillenburg kostet den Steuerzahlre allein für den Betrieb jährlich mehr als eine Million Euro. Umweltministerin Priska Hinz Ende kündigte im Juni 2017 die Schließung an – vor allem aufgrund fehlender Auslaufflächen. Der Kompromiss nach diversen Protesten jedoch schafft nun weitere Kosten: Zwar wird die Hengsthaltung aufgegeben, der Reit- und Fahrbetrieb aber aufrechterhalten. So haben Stuten und Wallache mehr Platz. Zuschüsse braucht ein Gestüt ohne Hengste aber natürlich genauso...
  • Über zehn Jahre wurde über den barrierefreien Ausbau zweier Stadtbahnstationen der U5 in Frankfurt (Musterschule und Glauburgstraße) diskutiert. Im Zuge der Planungen verzögerte und verteuerte sich das Projekt immer mehr. Vor Baubeginn im März 2016 ging man von 18,6 Millionen Euro aus – am Ende waren es 24,9 Millionen Euro. Sehr viel Geld für eine Lösung, die die Barrierefreiheit nur im mittleren Drittel der Bahnsteige bietet...

  • Freie Fahrt quer durchs Bundesland – nicht nur auf dem Arbeitsweg, sondern auch privat – gilt ab dem 1. Januar 2018 für die 145.000 Beschäftigten des Landes Hessen im öffentlichen Personennahverkehr. Dem Landeshaushalt entstehen durch das sogenannte LandesTicket jährliche Zusatzkosten von 51 Millionen Euro. Ein angemessener Eigenanteil an dem Ticketpreis, wie es bei Azubis und Schülern, wäre wohl durchaus gerechter und günstiger für die Allgemeinheit...

  • Den zeitgleichen Stadionbau für Kickers Offenbach und den FSV Frankfurt hat der Bund der Steuerzahler bereits 2009 kritisiert: Mit einer gemeinsamen Lösung für beide Vereine hätte man eine zweistellige Millionensumme bei den Baukosten einsparen können, der künftige Stadionbetrieb wäre zusätzlich wirtschaftlicher gewesen. Acht Jahre später spielen beide Vereine nach wirtschaftlichen Schwierigkeiten und einem sportlichen Absturz inzwischen nur noch viertklassig, heißt geringere Einnahmen und damit negative Auswirkungen auf die städtischen Stadiongesellschaften...

Quelle: Bund der Steuerzahler

Hessische Schwarzbuchfälle 2016

Themen: Politik Wirtschaft Hersfeld-Rotenburg Steuern Verschwendung Schwarzbuch Heringen

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