Wieder Ärger um Tebartz-van Elst

Online seit: Dienstag, 20.05.2014
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Kurzzeitig war es ruhig um ihn geworden, aber auf Tebartz-van Elst ist Verlass. Mal wieder hat es der Limburger Skandalbischof in die Schlagzeilen geschafft. Der Grund diesmal: Seit Monaten wohnt er in seinem Protzbau und das auch noch mietfrei. Was die Limburger davon halten, zeigt Ihnen Aleksandra Malczewski.

 

Limburger Bischof Tebartz-van Elst war 2013 ständig in Erklärungsnot - hier noch einmal die Chronologie der Ereignisse:

19. August 2012:

  • Tebartz-van Elst sei erster Klasse nach Indien geflogen, um dort soziale Projekte zu besuchen, berichtet das Magazin «Der Spiegel». Das Bistum weist die Vorwürfe zurück.

29. Mai 2013:

  • Die Hamburger Staatsanwaltschaft ermittelt gegen den Bischof wegen möglicher Falschaussage über seinen Flug nach Indien.

28. Juni:

  • Die umstrittene neue Bischofsresidenz hat nach Angaben des Limburger Bistums knapp 10 Millionen Euro gekostet - rund viermal so viel wie ursprünglich geplant. Der Bischof betont, dass der Bau schon 2007 vor seinem Antritt beschlossen worden sei.

9. Juli:

  • Das Bistum korrigiert die Gesamtkosten für die neue Residenz nach oben. Sie lägen deutlich über 10 Millionen Euro.

25. August:

  • Im Bistum beginnt mit einem Offenen Brief eine Unterschriftensammlung gegen die Amtsführung des Bischofs. Gefordert wird eine umfassende Aufklärung über die Kosten der Residenz.

29. August:

  • Das streng konservative «Forum Deutscher Katholiken» ruft zur Solidarität mit dem Oberhirten auf.

1. September:

  • Tebartz-van Elst bittet alle Gläubigen seines Bistums in einem Brief um Vertrauen und räumt Fehler ein.

6. September:

  • Gläubige überreichen dem Bischof ihren Offenen Protestbrief mit rund 4400 Unterschriften.

9. September:

  • Der päpstliche Gesandte Giovanni Kardinal Lajolo besucht Limburg. Der Bischof sichert wenige Tage später zu, alle Kosten für die Baumaßnahmen Prüfern zugänglich zu machen.

23. September:

  • Der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, Erzbischof Robert Zollitsch, kritisiert Tebartz-van Elst wegen der Finanzaffäre. Eine Kommission werde untersuchen, warum die Kosten für das neue Domizil explodierten.

7./8. Oktober:

  • Das Bistum beziffert die Kosten für den neuen Bischofssitz jetzt auf 31 Millionen Euro. Kritiker werfen dem Bischof Täuschung vor und fordern seinen Rücktritt.

10. Oktober:

  • Tebartz-van Elst verteidigt die Kostenexplosion. «Wer mich kennt, weiß, dass ich keinen pompösen Lebensstil brauche», sagt er der «Bild»-Zeitung. Die Hamburger Staatsanwaltschaft beantragt in Zusammenhang mit dem Flug nach Indien einen Strafbefehl.

12. Oktober:

  • Einem Medienbericht zufolge will der Bischof rasch nach Rom fliegen. Er wolle damit Erzbischof Robert Zollitsch zuvorkommen, der am Donnerstag mit Papst Franziskus über die Limburger Situation rede.

13. Oktober:

  • Der Druck auf Tebartz-van Elst wächst weiter: «Welt am Sonntag» und «Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung» berichten über bis zu 40 Millionen Euro Gesamt-Finanzbedarf für die Limburger Residenz und Versuche, die Kostenexplosion zu verschleiern. Der Bischof reist am Vormittag nach Rom - zu Gesprächen mit dem Papst.

17. Oktober

  • Der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz Robert Zollitsch hat in Rom mit Papst Franziskus über die Zukunft des umstrittenen Limburger Bischofs Tebartz-van Elst gesprochen. Das alles fand in einer vertraulichen Privataudienz statt, die der Papst nur sehr wenigen Menschen ermöglicht.

Themen: Nachrichten Limburg-Weilburg Protzbischof Tebartz-van Elst

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