Campen für Kanye West-Schuhe

Online seit: Mittwoch, 19.08.2015
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Es heißt ja immer, Frauen hätten einen Schuhtick, aber die Männer stehen ihnen in nichts nach. Denn die campen tagelang vor Schuhläden in Frankfurt oder stehen in Darmstadt Schlange und das nur für ein paar Sneakers, die von US-Rapper Kanye West designt wurden. Franziska Kaempfert und Frank Caspers berichten.

Shopping-Wahnsinn

Bereits im Februar 2015 war Frankfurt schon einmal im Kanye West-Sneakers-Fieber.

Wegen eines anderen Treters haben im gleichen Jahr über 200 Menschen in Düsseldorf bereits drei Tage vor Verkausstart Schlange „gecampt“. Aus ganz Deutschland kamen die Schuh-Fans vor dem Laden zusammen, um auf den limitierten Asics-Sneaker zu warten, den das Unternehmen für den Japantag entworfen hat. In den Farben der japanischen Flagge gestaltet und mit vielen Details versehen trägt er den Spitznamen „Koi“ (Afew x ASICS GEL-Lyte III “Koi”).

Ganz klassisch sind natürlich auch die Camper vor den Apple-Stores. Sobald der Verkaufsstart des neuen iPhones feststeht, werden schon drei Wochen vorher vor den Läden die Lager aufgeschlagen. Doch diese Camper sind meist nicht wegen des neuen iPhones selbst da. Sie werden von ihren Unternehmen dafür bezahlt, dass aus dem Schlange stehen bzw. Campen ein richtiges „Event“ wird - dass die Medien darüber berichten und sie für ihr Unternehmen einen Profit rausschlagen können. Sind die Plätze in der ersten Reihe bereits vergeben, muss man oft einfach nur tief genug in die Tasche greifen und der Platz ist gekauft. 2014 zahlte ein junges Unternehmen einem Ehepaar 2500 Dollar für deren Platz in der ersten Reihe. Der Grund: bessere Publicity und nicht das iPhone.

Nichtsdestotrotz, rund um die ganze Welt warten hunderte, wenn nicht sogar tausende, Menschen bei jedem neuen iPhone vor den Apple-Stores, um eines davon ergattern zu können.

Neben den Schuh- und den bekannten Apple Store-Campern gibt es aber auch Menschen, die vor Läden campen ohne dabei vorher zu wissen, was sie am Tag X kaufen werden. Vor dem berüchtigten „Black Friday“ in den USA ist das vor so manchem Store schon fast Tradition. In Kalifornien schlagen zwei Frauen bereits 22 Tage vor dem Schwarzen Freitag ihr Lager vor einer „Best Buy“-Filiale auf, denn „first come, first serve“ (wer zuerst kommt, mahlt zuerst). Das nehmen sich viele Amerikaner zu Herzen und schlagen meist schon über eine Woche vor dem Black Friday ihr Lager vor den Läden auf. Zelte mit Fernsehern, Mikrowellen, Laptops, Spielekonsolen, E-Herds, Lampen und „richtigen“ Betten sind da keine Seltenheit. Für den nötigen Strom sorgen dabei eigene kleine Generatoren. Wer dabei nicht weiß, an was er alles denken muss, der schaut sich einfach das passende Video „How to camp out for Black Friday“ (Wie man für den „Black Friday“ campt) an.

Themen: Frankfurt Darmstadt Camping Lifestyle und Promis Kanye West Schuhe Sneaker

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