Randale in Darmstadt: Polizeianwärter unter den Festgenommenen

Am 03.06.2018 veröffentlicht

In der Nacht zum Sonntag haben über hundert Menschen in der Darmstädter City randaliert. Am Rande des Schloßgrabenfestes wurden Polizisten mit Flaschen und Steinen beworfen. Wie ein Polizeisprecher heute bestätigte, befand sich auch ein Polizeianwärter unter den Festgenommenen.

Wie nun von Seiten des Polizeipräsidiums Südhessen mitgeitelt wurde, befand sich unter den rund 100 festgenommenen Personen auch ein Polizeianwärter. Es wurde bestätigt, dass gegen den Polizeianwärter ein Ermittlungsverfahren eröffnet wurde. Im Laufe des Tages möchte sich das Hessische Innenministerium zu dem Vorfall äußern. Außerdem werde sich die Polizei mit weiteren Zahlen und Fakten zu den Vorkommnissen in der Nacht von Samstag auf Sonntag an die Öffentlichkeit wenden, so ein Polizeisprecher. Auch sei geplant, ein Internetportal online zu stellen, auf dem Zeugen Bilder und Videos von der Tatnacht hochladen können.

Was ist passiert?

Gegen 2 Uhr nach Abschluss des Schloßgrabenfestes wurden die Einsatzkräfte von einer größeren Menschenmenge attackiert. Die Polizeibeamten wurden im Herrngarten massiv mit Flaschen beworfen. Die überwiegend deutschen Angreifer sollen sich nach Polizeiangaben teilweise vermummt haben. 15 Beamte wurden verletzt. Über hundert mutmaßliche Randalierer wurden festgenommen. Die meisten wurden nach ihrer Vernehmung wieder auf freien Fuß gesetzt.

Innenminister fordert härtere Strafen

Angesichts der Gewalt gegenüber der Beamten fortdert Innenminister Peter Beuth härtere Strafen gegen Randalierer. "Wer diejenige angreift, die uns alle schützen, der muss eindeutige rechtsstaatliche und gesellschaftliche Verurteilungen zu spüren bekommen", sagte der CDU-Politiker. Bei der Innenministerkonferenz kommende Woche möchte sich Beuth für eine Mindeststrafe von sechs Monaten Haft einsetzen. Bislang liegt sie bei dei Monaten, was oftmals eine Geldstrafe ermögliche.

Keine Haftbefehle

Nach dem Angriff auf Polizeibeamte in Darmstadt wird ermittelt, aber es gibt keine Haftbefehle. 100 Menschen waren in der Nacht zum Sonntag vorübergehend festgenommen worden. "Mittlerweile sind alle wieder auf freiem Fuß", sagte ein Sprecher der Polizei am Montag. Ermittelt werde jetzt wegen Landfriedensbruchs, gefährlicher Körperverletzung, Sachbeschädigung und Betäubungsmittel-Delikten. Die Polizei sucht jetzt nach Zeugen. Sie will auch eine Internetseite bereitstellen, auf der Zeugen Fotos und Videos einstellen können. Der Mob habe sich nach derzeitigem Ermittlungsstand spontan zusammengerottet, sagte der Sprecher. Es habe wohl einen Solidarisierungseffekt gegeben. "Wir gehen davon aus, dass dem keine Strategie oder Planung zugrunde lag. Auch eine politische Motivation ist nicht erkennbar." Überwiegend habe es sich um Männer gehandelt, Frauen sollen aber auch beteiligt gewesen sein.

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