9 Jahre nach Tat: Doppelmörder will Fall neu verhandeln

Am 11.05.2018 veröffentlicht

Neun Jahre ist es nun her, dass in Babenhausen Petra und Klaus Toll ermordet wurden. Zwei Jahre später wurde der Nachbar Andreas Darsow zu lebenslanger Haft verurteilt. Die Tat streitet er aber ab und will den Fall jetzt neu verhandeln.

Der verurteilte Doppelmörder aus Südhessen will ein neues Gerichtsverfahren zu seinem Fall erreichen. Am Freitag stellte sein Anwalt Gerhard Strate einen Wiederaufnahmeantrag in Darmstadt vor. Darsow soll demnach nicht der Mörder von Petra und Klaus Toll sein, der zudem auch noch deren behinderte Tochter schwer verletzt hatte. 

Das Landgericht Darmstadt hatte den Mann deswegen im Jahr 2011 unter anderem wegen zwei Morden zu lebenslanger Haft verurteilt. Außerdem stellten die Richter eine besondere Schwere der Schuld fest. Damit ist eine vorzeitige Haftentlassung nach 15 Jahren praktisch ausgeschlossen. Laut Urteilsbegründung schoss der Mann wegen regelmäßiger Ruhestörung auf seine Nachbarn. Der Bundesgerichtshof bestätigte 2012 das Urteil.

Klares Indiz fehlt

Anwalt Strate berief sich vor allem auf ein neues Gutachten. Demnach soll auf der Tatwaffe kein selbstgebauter Schalldämpfer gewesen sein. Das hatte das Gericht aufgrund von Spuren am Tatort angenommen. Ohne den selbstgebauten Schalldämpfer fehle aber ein zentrales Indiz gegen Darsow, so Strate.

Das Landgericht in Kassel wird nun seinen Antrag prüfen. Dort würde auch gegebenenfalls der Fall neu verhandelt werden. Wie lange die Prüfung letzten Endes dauert, sei zum Augenblick nicht absehbar, sagte der Kasseler Landesgerichtssprecher Robert Winter.

 

 

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