Familien müssen plötzlich raus: Gebäude angeblich nicht bewohnbar

23 Bewohner der Gwinnerstraße 28 wurden gestern von Polizei und Bauaufsicht vor die Tür gesetzt, vier Wohnungen geräumt und versiegelt. Die Familien müssen nun auf engstem Raum in einer Notunterkunft leben. 

Eremias Tewolde ist fassungslos. In den Morgenstunden ist das Bauamt mit der Polizei angerückt um die die Wohnung seines Onkels Semare Tesfay in der Gwinnerstraße 28 im Frankfurter Osten zu räumen. Es ist eine von insgesamt vier Wohnungen die an diesem Tag geräumt wird. Semare Tesfay ist aus Eritea geflohen und lebt hier mit seiner Frau und den 3 Kindern.

Wohnung sei nicht bewohnbar

Weil das Gebäude im Industriegebiet liegt, sei eine Wohnnutzung unzulässig, so die Bauaufsicht. Die äußert sich zu dem Vorgehen nur schriftlich:

„Die Eigentümer wussten seit 2014, dass eine Vermietung und Nutzung zu Wohnzwecken unzulässig ist. Dennoch wurden - aus Sicht der Bauaufsicht völlig unverständlich- die Räume erneut zum Wohnen vermietet. Die nun betroffenen Nutzer sind seit 2016 über die Unzulässigkeit informiert.“

Eigentümerin des Grundstücks ist die Dr. Heinz-und-Helena-Adam-Stiftung. Zum Höhepunkt der Flüchtlingskrise vor 3 Jahren hat sie hier dringend benötigte Wohnungen zur Verfügung gestellt. Das Zimmer, in dem die Familie nun zusammen leben muss, liegt jetzt 20 Kilometer von der Alten Wohnung entfernt. 

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