Fußball-WM in Russland: Das dürfen Sie am Arbeitsplatz

Am 21.06.2018 veröffentlicht

Seit einer Woche rollt der Ball bei der Fußball-WM in Russland. Die Spiele finden zum Teil auch nachmittags statt - schlecht für alle diejenigen, die arbeiten müssen. Darf man die Spiele am Arbeitsplatz nebenbei verfolgen? Wir haben bei Jörn Kuhn, Anwalt für Arbeitsrecht in Frankfurt, nachgefragt.

 

  • Auf der Arbeit dürfen Sie grundsätzlich nicht Fernsehen. Eine Ausnahme stellt jedoch die explizite Erlaubnis des Chefs dar. Sie müssen sich zu 100 Prozent auf Arbeit konzentrieren können. Ein Fernseher würde zu sehr ablenken.

  • Auch auf dem Smartphone dürfen die Spiele grundsätzlich nicht verfolt werden, aber ein kurzer Blick auf den Zwischenstand unterbricht die Konzentration nicht sonderlich und sollte erlaubt sein. Aber hier gilt: Es darf nicht übertrieben werden.

  • Eine Live-WM-Übertragung im Radio lenkt zu sehr ab und ist nicht erlaubt. Ruhige Musik nebenbei ist eher das Richtige und nicht mit einer WM-Übertragung vergleichbar.

  • Im DFB-Trikot und mit Schminke zur Arbeit zu kommen ist meist schwierig. Hier ist aber das Gesamtverhältnis entscheidend und der Chef hat das Sagen. Im Zweifel sollten Sie während der Arbeitszeit lieber darauf verzichten. Ansonsten reden Sie vorher mit Ihrem Chef.

  • Wer im Vorhinein bereits ankündigt, krank zu sein, muss mit arbeitsrechtlichen Maßnahmen rechnen. Krankfeiern kann im schlimmsten Fall zu einer Endgeltreduzierung oder gar Kündigung führen.

  • Wenn Sie auf keinen Fall auf die Spiele verzichten können, dann nehmen Sie sich Urlaub. Einem kurzfristigen Antrag kann nur bei berechtigten Gründen des Chefs nicht stattgegeben werden. Beispiele hierfür sind bereits genehmigte Anträge der Kollegen oder dringende betriebliche Themen.

  • Mehrmaliges Fußballschauen trotz Verbot kann im schlimmsten Fall zu einer Kündigung führen. Einmaliges Fußballgucken sollte jedoch maximal eine Abmahnung nach sich ziehen.
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