Dannenröder Forst: 400 Barrikaden und 100 Behausungen müssen weg

Am 10.11.2020 veröffentlicht

Nachdem die Polizei Mittelhessen am Vortag auf einer Pressekonferenz nur ziemlich unkonkret angekündigt hatte, dass sie "logistische Maßnahmen eingeleitet" hätte, ging es jetzt schnell: Die Vorbereitungen für die Räumung des Dannenröder Forsts sind gestartet. In den Morgenstunden hat die Polizei mit ihrem Einsatz für die geplanten Rodungen für den A49-Ausbau begonnen.

Straßensperrungen für anstehende Rodungen

In dem Gebiet bei Homberg (Ohm) sind am Dienstag logistische Arbeiten, aber noch keine Rodungen geplant, wie ein Polizeisprecher sagte. Zahlreiche Beamte waren vor Ort, es gab Straßensperrungen.

Gegenüber RTL bestätigte Kriminalhauptkommissar Jörg Künstler: "Daneben werden die Einsatzkräfte der Polizei den Dannenröder Forst betreten, um Gefahrenquellen zu identifizieren und gegebenenfalls auch zu beseitigen. Unter Umständen werden dann auch Barrikaden auf den Zuwegen entfernt oder verbotene Bauten beseitigt." Der Einsatz der Beamten stößt wie erwartet auf Widerstand der Waldbesetzer, wie die Polizei auch bei Twitter meldete.

Zeitpunkt der Räumung noch unklar

Es fänden Dienstag laut Künstler jedoch noch keine Baumfällarbeiten statt. Seit Monaten halten sich Umwelt- und Klimaaktivisten im Dannenröder Forst bereit und diesen besetzt, um die Rodungen zu verhindern. Sie haben dort Baumhäuser und Barrikaden errichtet. Es wird erwartet, dass es zu einer Räumung des Waldes kommt, damit die Baumfällarbeiten demnächst starten können. Wann genau, war aber unklar. Die Rodungen für den Weiterbau der Autobahn hatten am 1. Oktober begonnen und konzentrierten sich zunächst auf den Herrenwald bei Stadtallendorf (Kreis Marburg-Biedenkopf) sowie den Maulbacher Wald bei Homberg (Vogelsbergkreis).

A49 - Ausbau mit Hindernissen

Für den Lückenschluss der Autobahn besteht Baurecht. Das Bundesverwaltungsgericht in Leipzig lehnte im Sommer letzte Klagen gegen den Weiterbau ab. Die ersten Planungen für die A49 liegen bereits Jahrzehnte zurück. Gegner lehnen den Lückenschluss aus Klima- und Umweltschutzgründen ab, Befürworter erhoffen sich weniger Verkehrsbelastung in Dörfern der Region und eine bessere Anbindung. 

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