Regenbogenfamilie: Wenn es Papa und Papi gibt

Am 11.10.2019 veröffentlicht

Für gleichgeschlechtliche Paare ist es immer noch schwer, sich den Kinderwunsch zu erfüllen. Christian und Marcel aus Kaufungen haben es aber geschafft und sind mit ihren Zwillingen zu einer kleinen Familie geworden - der Weg dahin war steinig und schwer. Deswegen ist es für sie umso wichtiger, sich mit anderen sogenannten Regenbogenfamilien zu treffen.

Vor sechs Jahren entschied sich das Ehepaar eine Familie zu gründen. Adoption oder Pflegekind kamen dabei für Christian und Marcel nicht in Frage, sie wollten ein leibliches Kind. Daher suchten sie sich über eine Agentur eine Leihmutter in Russland. "Wir haben schon ein bisschen danach geschaut, ob sie einfach einen sympathischen Eindruck macht anhand der Fotos, ob sie auch optisch zu uns passt, Haarfarbe, Augenfarbe. Natürlich war uns wichtig, ob irgendwelche Erbkrankheiten vorliegen", erklärt Christian.

In Deutschland nicht möglich

In Deutschland ist eine Leihmutterschaft verboten. Ein häufiges Argument dagegen ist, dass die Kinder in einen psychischen Konflikt geraten könnten. Für ihre Kinder haben die beiden Männer trotz allem lange gekämpft - und einen ungewöhnlichen und auch umstrittenen Weg gewählt. Neun Wochen lebten sie insgesamt in Russland, bis sie endlich zurück nach Kaufungen konnten. Die fremde Sprache, die Bürokratie und die Machtlosigkeit, ob die Leihmutter verantwortungsvoll mit der Schwangerschaft umgeht – es war keine einfache Zeit für die Beiden.

Andere Regenbogenfamilien

Jetzt sind ihre Jungs vier Jahre alt und die beiden Väter sind längst angekommen im Elterndasein. Einmal im Monat geht die Familie zum Brunch für Regenbogenfamilien – also gleichgeschlechtliche Paare mit Kindern. Hier können sie sich austauschen und über Probleme und Erziehungsfragen sprechen.

Organisiert wird der Regenbogenbrunch vom AKGG und dem Regenbogen-Netzwerk. Nähere Informationen hierzu finden Sie auf deren Website. Die nächsten beiden Termine sind am 26. Oktober und 30. November 2019.

Unsere Reporterin Lea Wagner hat die Familie zum "Coming-Out-Day" getroffen.

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