Awo-Skandal geht weiter: 2,2 Millionen bei erneuter Razzia sichergestellt

Ermittlungen im Awo-Skandal gehen in die nächste Runde

Überteuerte Spitzengehälter, dubiose Dienstwagen-Regelungen und eine geldgierige Chefetage: Die Ermittlungen im Awo-Finanzskandal gehen in die nächste Runde. In Hessen haben Ermittler bei einer Razzia 2,2 Millionen Euro sichergestellt.

Privatwohnungen von fünf Beschuldigten durchsucht

Im Zusammenhang mit dem Finanzskandal um die Frankfurter und Wiesbadener Kreuzverbände der Arbeiterwohlfahrt (Awo) hat es am Dienstagmorgen weitere Durchsuchungen gegeben. Diese hätten in Privatwohnungen von fünf Beschuldigten stattgefunden, teilte die Staatsanwaltschaft Frankfurt mit. Die durchsuchten Wohnungen befanden sich demnach in Wiesbaden, in Walluf im Rheingau-Taunus-Kreis und in Schöneck (Main-Kinzig-Kreis).

Es sei darum gegangen, Vermögenswerte in Höhe von etwa 2,2 Millionen Euro zu sichern und bei einem Beschuldigten Wertgegenstände zu beschlagnahmen. Beteiligt an der Aktion waren 20 Polizeibeamte, drei Staatsanwälte sowie drei Gerichtsvollzieher.

Staatsanwaltschaft ermittelt gegen mehrere Verantwortliche

Mehr als 900.000 Euro soll die Frankfurter Awo mit ihren Kindergärten unterschlagen haben. Das ging aus einem Gutachten von einem von der Stadt beauftragten Wirtschaftsprüfer hervor. Die ehemalige Führung des Kreisverbandes Frankfurt habe 2017 und 2018 Pauschalen für Kindergartenplätze zweck- und rechtswidrig verbucht – statt sie der Stadt zurückzuzahlen.

Die ehemalige Awo-Führung steht seit vergangenem Jahr im Mittelpunkt eines Finanzskandals. Bei den Ermittlungen geht es um überhöhte Gehälter und Luxus-Dienstwagen bei der Frankfurter Wohlfahrt sowie ungerechtfertigte Spenden an den mit Frankfurt personell verflochtenen Kreisverband Wiesbaden. Die Staatsanwaltschaft ermittelt gegen mehrere Verantwortliche wegen Betrugsverdachts.

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