Debatte um Turbo-Karrieren: AWO-Spitze fordert Aufklärung

Am 29.11.2019 veröffentlicht

In der Debatte um hohe Gehälter und schnelle Karrieren bei der Arbeiterwohlfahrt in Frankfurt meldet sich nun der Bundesverband zu Wort. Er fordert Aufklärung - und mehr!

In einer Pressemitteilung fordert AWO-Bundesvorstand Wolfgang Stadler, dass die beteiligten Mandatsträger des Kreisverbandes ihre Ämter ruhen lassen sollen, damit eine unbeeinflusste Aufklärung erfolgen kann. "Wir werden nicht zulassen, dass die gute Arbeit der vielen Ehrenamtlichen in den Ortsvereinen der AWO in Frankfurt gefährdet wird und die AWO insgesamt in Verruf gerät", teilt Stadler mit und fordert Aufklärung.

In der Kritik stehen die Gehälter von zwei SPD-Mitgliedern. Der 33 Jahre alte Pressesprecher soll laut hessenschau 100.000 Euro Brutto-Jahresgehalt beziehen, ungewöhnlich hoch im Vergleich zu Kollegen in ähnlichen Positionen. Eine SPD-Stadtverordnete leitet eine Abteilung, obwohl diese noch als Studentin eingeschrieben sei und vor wenigen Monaten nur als studentische Hilfskraft gearbeitet habe. Kreisvorstand Ansgar Dittmar verteidigt die Karriere-Sprünge. "Sie hat die Qualifikation und die persönliche Eignung. Die Abteilung läuft sehr, sehr gut. Ich würde diese Entscheidung jederzeit wieder treffen", sagt der Frankfurter AWO-Chef im Rundschau-Interview.

Kritik auch an AWO-Job von OB-Gattin

Frankfurts Oberbürgermeister Peter Feldmann hat in einer Stellungnahme betont, er habe keinen Einfluss auf das Gehalt seiner heutigen Ehefrau als Leiterin einer Kindertagesstätte der Arbeiterwohlfahrt genommen. "Auf die Gestaltung der Arbeitsverträge bei der Awo habe ich keinen Einfluss genommen", teilte der SPD-Politiker am Mittwoch mit. Ihm wurde Vetternwirtschaft vorgeworfen.

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