420 Euro pro Hund?: Protest gegen hohe Steuern

Am 14.11.2019 veröffentlicht

Hundebesitzer in Bad Karlshafen müssen künftig tief in die Tasche greifen. Die 3.600-Einwohner-Stadt gilt als eine der ärmsten Kommunen Hessens, absurderweise hat sie nun eine der höchsten Hundesteuern. Statt wie bisher 90 Euro im Jahr, zahlen Hundehalter jährlich nun 180 Euro für das erste, 300 Euro für das zweite und 420 Euro für jedes weitere Tier. Für die Einwohner Grund genug, erstmalig in der Geschichte von Bad Karlshafen zu demonstrieren.

Der Verband für das Deutsche Hundewesen (VDH) in Hessen hält die Abgabe für überflüssig und ungerecht: "Das ist einzig und alleine Geldbeschaffungssteuer für in Not geratene Kommunen", sagt VDH-Sprecher Jürgen Sauer. Bad Karlshafens Bürgermeister Marcus Dittrich (parteilos) hat Verständnis für den Ärger. "Das ist schon happig, ich kann gut nachvollziehen, dass Hundesteuerzahler dagegen protestieren", sagt er. Die Stadt habe allerdings keine Wahl. Karlshafen ist hoch verschuldet. 1,2 Millionen Euro muss die Kleinstadt allein erwirtschaften, um Schulden zu tilgen. Eine Verdoppelung der Einnahmen durch die Hundesteuer auf 66.000 Euro ist ein Tropfen auf den heißen Stein, aber einer, der gebraucht wird.

Unsere Reporterin Marie von Berlepsch war vor Ort und hat mit den aufgebrachten Hundehaltern gesprochen.

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