Kein Unfall, sondern Mord: Tod ihres Vaters lässt Tugba keine Ruhe

Am 19.06.2019 veröffentlicht

Am 8. April 1997 kommt Adem Bozkurt mit seinem Auto in der Nähe von Bad Nauheim von der Fahrbahn ab, prallt gegen einen Baum und stirbt. 17 Jahre später kommt heraus: Es war kein Unfall, sondern Mord! Adems Tochter Tugba, damals erst 14 Jahre alt, spricht mit uns über den tragischen Tod ihres Vaters. 

Fast zwei Jahrzehnte nach dem vermeintlichen Unfall von Tugbas Vater Adem meldet sich ein anonymer Zeuge bei der Polizei und behauptet, dass der Familienvater ermordet worden sei. Als der Leichnam 2015 obduziert wird, bestätigt sich diese Aussage. Ein Kopfschuss tötete Tugbas Vater; Notarzt und Rechtsmediziner übersahen das damals. Für Tugba bricht erneut eine Welt zusammen: "Ich hab seinen Tod ein zweites Mal durchlebt, nur viel schlimmer. Ein Unfall ist etwas, das man akzeptieren kann. Aber einen Mord, den kann man nicht gut akzeptieren", erzählt sie uns. 

Die Staatsanwaltschaft Gießen geht jetzt davon aus, dass mehrere Personen zusammen mit Tugbas Vater im Auto saßen. Sie vermuten, dass es sich um eine wirtschaftlich motivierte Tat handelt, da Adem Bozkurt erfolgreich in der Toilettenreinigungsbranche tätig war und wirtschaftliche Konkurrenz hatte. Seit bereits fünf Jahren wird nun wieder ermittelt, bisher erfolglos.

Unsere Reporterinnen Medi Baris und Natalie Wiesenberger haben Tugba getroffen und mit ihr über ihren Vater gesprochen. 

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