Ein Leben ohne Drogen: Das Therapiedorf Villa Lilly in Bad Schwalbach

Am 13.08.2018 veröffentlicht

Der Kampf gegen die eigene Drogensucht ist ein Weg, den man selten alleine bewältigen kann. Das Therapiedorf Villa Lilly in Bad Schwalbach ist eine Anlaufstelle für Drogensüchtige und hilft den Menschen, wieder den Weg in ein neues Leben zu finden.

Im Therapiedorf Villa Lilly leben knapp 100 drogenabhänige Männer und Frauen für mehrere Monate. Ein wesentliches Element der Behandlung bildet die Gruppentherapie. Dort können sie offen über ihre Sucht reden und erhalten Hilfe aus dem Therapiedorf und den anderen Süchtigen. Die Geschichten der Drogensüchtigen, wie sie süchtig geworden sind und wie sie jetzt wieder einen neuen Weg einschlagen wollen, hören Sie im Video.

Therapien sollen Selbstvertrauen stärken

Ein weiterer Bestandteil in der Behandlung ist die sogenannte Arbeitstherapie. Auf dem Gelände befinden sich unter anderem eine Schreinerei, eine Gärtnerei und Ställe für Hühner und Schafe. Dort können die Patienten arbeiten und die Tiere betreuen. Diese Therapie soll das Selbstvertrauen stärken. Die Patienten übernehmen Verantwortung und können auch ihre Belastbarkeit testen.

Insgesamt 12 Stunden pro Woche arbeiten die Patienten in den verschiedenen Bereichen im Therapiedorf Villa Lilly. Sehr viel mehr Zeit als die Arbeitstherapie nimmt jedoch die Gruppen- und Einzeltherapie in Anspruch. Der Leiter des Therapiedorfs ist Michel Schwindt. Mit seinem Therapieansatz trifft er den Kern des Problems. "Ich versuche mit den Menschen in Kontakt zu kommen, Menschen kennenzulernen", erklärt uns Schwindt.

Der erste Schritt in die richtige Richtung

Fast alle Patienten haben in ihrer Entwicklung mit einem Grundproblem zu kämpfen. Es fehlte ihnen Wärme und das Gefühl angenommen zu sein, so Schwindt. Es fehlten Ansprechpartner, Menschen, die sich für die Drogenabhängigen Zeit nehmen und ihnen beistehen. Doch genau solche Ansprechpartner bietet das Therapiedorf. Selbst wenn die Bewohner hier bereits den schwersten Kampf ihres Lebens führen – nämlich gegen sich selbst und die Sucht – so ist es dennoch bereits der erste Schritt für sie, um auf einen gesunden Weg zu gelangen.

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