Ärger um Apfelwein-Startup: Keine Gelder für den Gründer

Am 11.05.2020 veröffentlicht

Benedikt Kuhn hat das Apfelwein-Startup "Bembel with Care" groß gemacht. Jetzt posiert er im Militär-Outfit, das an die Wehrmacht erinnert. Auf Instagram behauptete er, dass der 8. Mai - der Tag des Kriegsendes - kein Tag der Befreiung sei. Deutschland sei immer noch besetzt. Es hagelte Boykott-Aufrufe für den Apfelwein aus der Dose.

"Ich erwarte eine schnelle Aufklärung und vorbehaltlose Distanzierung von jeglichen NS-Ideologien und Symbolen", schreibt der Odenwälder SPD-Bundestagsabgeordnete Jens Zimmermann. "Bembel with Care" galt als Vorzeige-Unternehmen, das den Wandel von traditionellem Apfelwein hin zu einem modernen Getränk geschafft habe. So werden die Dosen bundesweit in Supermärkten vertrieben.

Noch am Wochenende distanzierten sich Mitarbeiter von 'Bembel with care' von ihrem Geschäftsführer. Kurz darauf wurden die Social-Media-Kanäle abgeschaltet. Im Darmstädter Echo versuchte Kuhn, das Outfit der irritierenden Fotos zu erklären. Dies habe er auf einer Party mit dem Motto „Lack, Leder und Military“ getragen.

Kelterei kündigt Zusammenarbeit

Die Kelterei Krämer aus Reichelsheim, die den Apfelwein im Auftrag abgefüllt hat, wird nun die Marke ohne Benedikt Kuhn weiterbetreiben. Auf ihrer Facebook-Seite haben sie sich distanziert: "Die Kelterei Krämer identifiziert sich als Teil eines lebendigen, demokratischen und freiheitlichen Rechtsstaates."

"Mit sofortiger Wirkung gehen alle Rechte von 'Bembel-with-care" in die Kelterei Krämer über", schreibt eine Sprecherin auf RTL-Anfrage, "Darauf folgt jetzt, dass die Kelterei Krämer ab sofort alle in Zusammenhang mit der Marke stehenden Rechtsfragen, wie Urheberrecht und Lizenzen, Vermarktungsrechte klärt, so dass die Marke unter das Dach der Kelterei Krämer integriert wird."

Zugleich verneint die Keltereim die Frage, ob Benedikt Kuhn in Zukunft Geld am Verkauf der Getränke-Dosen verdiene: "Für den Übergang der Marke verzichtet der bisherige Eigentümer Benedikt Kuhn auf jedweden finanziellen Ausgleich. Auch wird er zukünftig weder direkt noch indirekt an Einnahmen des Produktes beteiligt sein. Dies gilt auch für die zukünftige Markenentwicklung, die Zusammenarbeit mit Vertriebspartnern sowie das Merchandising auf nationaler und internationaler Ebene."

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