Auswirkungen spürbar: Folgen von geplantem Brexit treffen Hessen schon jetzt

Am 13.03.2019 veröffentlicht

Trotz Nachbesserungen durch Premierministerin Theresa May hat das britische Unterhaus Dienstagabend das mit Brüssel ausgehandelte Brexit-Abkommen erneut abgelehnt. Mit deutlicher Mehrheit von 391 zu 242 stimmten die Abgeordneten gegen das Vertragspaket. Spannend bleibt also die Frage, wie es nun weitergeht mit dem Brexit und welche Auswirkungen er hat. Auch Hessen bleibt von den Folgen des Politikums nicht verschont.

Obwohl der Brexit noch gar nicht durch ist, hat er beim Autozulieferer "Eisenwerk Hasenclever" in Battenberg an der Eder schon tiefe Spuren hinterlassen. Schon jetzt gibt es rund 90 Prozent weniger Aufträge von britischen Großkunden. 40 Arbeitsplätze müssen mindestens gestrichen werden.

Großbritannien ist der drittgrößte Exportmarkt für die hessische Wirtschaft. Waren im Wert von mehr als vier Milliarden Euro werden jedes Jahr von Hessen nach Großbritannien exportiert.

Was geschieht nun?

Am Mittwochabend stimmen die Abgeordneten über einen EU-Austritt ohne Vertrag ab. Käme es tatsächlich zum sogenannten harten Brexit, dann würde Londons Mitgliedschaft in der Zollunion und im EU-Binnenmarkt am 29. März enden. Das hätte für die Wirtschaft und Millionen von Menschen schwerwiegende Auswirkungen. Alle Waren und Personen müssten wieder kontrolliert werden, bevor sie die EU-Grenze überschreiten. Auch die britische Währung würde vermutlich deutlich an Wert verlieren.

Erwartet wird allerdings eher eine Ablehnung des "No-Deal-Brexits". Käme es dazu, dann entschieden die Parlamentarier am Donnerstag, ob London eine Verschiebung des Brexits beantragen soll.

Unser Reporter Frank Caspers hat sich in Hessen umgehört und mit Menschen gesprochen, die schon jetzt vom geplanten EU-Austritt der Briten betroffen sind.

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