Der BUND warnt: Buchen-Mangel in Hessens Wäldern

Am 10.07.2018 veröffentlicht

Hessens Umweltschützer fordern, Buchenwälder auf die Liste der gefährdeten Lebensräume zu setzen. Es seien bereits mehr als 90 Prozent der Bestände der über 140 Jahre alten Buchen abgeerntet.

Der Bund für Umwelt und Naturschutz (BUND) warnt vor zu großem Mangel an Buchen und alten Bäumen in Hessens Stadtwäldern. Diese Art von Bäumen habe für die Artenvielfalt eine elementare Bedeutung.

"Es gibt die sogenannten Kernflächen. Die sollen sich ohne Nutzung weiterentwickeln können. Man hat diese Fläche ausgesucht, aber bevor sie dann offiziell zu dieser Kernfläche gemacht wurde, hat man hier nochmal richtig Endnutzung betrieben, hat ganz viel altes Holz rausgeholt und die Startbedingungen für den Naturschutz total verschlechtert" erklärt Jörg Nitsch, Vorsitzender vom BUND Hessen, über einen Wald-Bereich in Offenbach.

Alte Bäume müssen erhalten werden

1,3 Kubikmeter Holz verbraucht jeder Hesse pro Jahr, der Großteil komme dabei aus den eigenen Wäldern. Jörg Nitsch sieht das Problem darin, dass oft alte, dicke Bäume gefällt werden und nur junge, dünne Gewächse zurückbleiben. Diese würden den Tieren und anderen Lebewesen aufgrund ihrer Beschaffenheit allerdings nicht viel nutzen.

Als Positivbeispiel führt Nitsch die Hegbachaue bei Egelsbach an: "Wir haben wenig junge Bäume, wir haben viele alte Bäume, wir haben liegendes Totholz, wir haben stehendes Totholz". Seit 30 Jahren sei hier kein Holz geerntet worden - also der ideale Lebensraum für Insekten, Fledermäuse und andere Tiere.

 

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