Cannabis legalisieren?: Therapieleiter der „Villa Lilly“ sieht Freigabe skeptisch

Am 28.03.2018 veröffentlicht

Immer wieder wird über die Legalisierung von Cannabis diskutiert. Hartnäckig hält sich das Gerücht, die Droge mache nicht süchtig. Nach dem aktuellen Drogenbericht jedoch sei aber vor allem die psychische Abhängigkeit nicht zu unterschätzen.

Bei den illegalen Drogen bleibt Cannabis auf einem Spitzenplatz. Nach den jüngsten Zahlen für 2015 haben rund 7 Prozent der 12- bis 17-jährigen Teenager und 6 Prozent der 18- bis 64-jährigen Erwachsenen in einem Jahr Joints geraucht. In dem Jahrbuch heißt es, der Trend nehme innerhalb der vergangenen 25 Jahre zu.

"Ich hänge manchmal"

Im Therapiezentrum Villa Lilly in Bad Schwalbach berichtet Sandra offen über ihre Cannabis-Sucht. "Ich war viel fitter und logisches Denken war früher viel einfacher", sagt sie im RTL-Interview, „Ich merke, ich hänge manchmal. Ich vergesse, was ich gestern gegessen habe". Therapieleiter Michael Schwind sieht bei den vor allem jungen Leuten in seiner Einrichtung, wie sich auch nach Cannabis-Konsum der Fokus verändere: „Dinge, die uns im normalen Alltag wichtig sind, geraten aufs Nebengleis, wie die Ausbildung oder eine Erwerbstätigkeit.“ Eine Cannabis-Freigabe sieht er sehr skeptisch: "Je mehr es ausprobieren, je mehr werden abhängig."

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