CDU – Landtagswahl Hessen: Bouffier sieht sich weiterhin im Amt

Am 28.10.2018 veröffentlicht

20.33 Uhr: Bouffier fordert "Weniger Streit und mehr Sacharbeit" in Berlin

Im Interview mit unserem Politik-Reporter Benjamin Holler rügt Volker Bouffier die Politik in Berlin. „Es muss weniger Streit und mehr Sacharbeit geben“, so der Ministerpräsident. Im Video äußert sich Bouffier zum aktuellen Ergebnis der Landtagswahl.

18.49 Uhr: Bouffier sieht sich nach Wahl weiter im Amt

CDU-Ministerpräsident Volker Bouffier geht davon aus, dass er im Amt bleibt. "Wir werden erneut den Anspruch erheben, die Landesregierung in Hessen anzuführen. Wir sind klar stärkste Fraktion", sagte Bouffier am Sonntag in Wiesbaden. Er kündigte Gespräche mit den anderen Parteien für die nächsten Tage an, nur für die Linken und die AfD werde es keine Einladung geben. Zugleich räumte Bouffier Verluste für die CDU ein: "Wir haben schmerzliche Verluste erlitten, das macht uns demütig, das nehmen wir ernst". Der Wahlkampf sei stark überlagert worden vom Erscheinungsbild der großen Koalition in Berlin. Die Menschen wünschten sich von ihr weniger Streit und mehr Sachorientierung. Es seien aber auch zwei zentrale Wahlziele erreicht. Die CDU habe stärkste Fraktion werden und zugleich sicherstellen wollen, dass gegen sie keine Regierungsbildung möglich sei. Nach dem Stand gegen 18.30 Uhr sei beides gelungen, sagte Bouffier

18.40 Uhr: Schwere Niederlage für CDU

Nach ersten Hochrechnungen von ARD und ZDF bleibt die CDU von Ministerpräsident Volker Bouffier mit 27,4 bis 27,9 Prozen zwar die stärkste Kraft – dennoch ist es das schlechteste Ergebnis seit 1996.

13.30 Uhr: Ministerpräsident Volker Bouffier hat gewählt

Auch der noch amtierende Ministerpräsident Volker Bouffier hat in Gießen seine Stimme abgegeben. "Diese Landtagswahl war so ungewöhnlich, wie ich es noch nicht erlebt habe", sagte er nach dem Gang an die Urne. Seiner Meinung nach sei der Wahlkampf in Hessen stark vom Erscheinungsbild der großen Koalition in Berlin überlagert worden. Als Ziel der CDU nannte Bouffier ein Ergebnis von "30 Prozent plus x". Sämtliche Umfragen in den vergangenen Wochen deuten jedoch auf große Verluste für die Christdemokraten hin.

Hintergrund der Partei:

Wer regiert Mitte Januar 2019 im hessischen Landtag? Glaubt man den aktuellen Umfragen, dann sind noch sämtliche Farbspiele in den kommenden Koalitionsverhandlungen möglich. Die CDU ist seit 1999 und damit insgesamt fünf Legislaturperioden in der hessischen Regierung vertreten. Gemeinsam mit den Grünen regiert die Union seit 2014.

Laut aktueller Umfrageergebnisse des ZDF Polit-Barometers verliert die CDU 10,3 Prozent im Vergleich zur letzten Landtagswahl im Jahr 2013 und stünde so bei derzeit 28 Prozent. Zwar macht der derzeitige Koalitionspartner im Vergleich zur Landtagswahl 2013 8,9 Prozentpunkte wieder wett - für den Weiterbestand einer schwarz-grünen Landesregierung würde es zusammengenommen mit aktuell 48 Prozent aber nicht reichen.

Für die CDU wird der Ausgang der Wahl also extrem spannend, der Fortbestand von schwarz-grün steht auf der Kippe. Denkbar wäre eine Jamaika-Koalition. Um die absolute Mehrheit zu erlangen, müsste sich die aktuelle Regierung noch die FDP mit an Board holen. Ministerpräsident Volker Bouffier (CDU) wäre dem nicht abgeneigt. Schwieriger gestaltet sich das Verhältnis zwischen Grünen und FDP: Vor allem in den Punkten Energiepolitik und Ökolandbau finden die beiden Parteien keinen gemeinsamen Nenner. Die FDP hatte es außerdem bereits abgelehnt, im Landtag für Tarek Al-Wazir als künftigen Ministerpräsidenten zu stimmen.

Quelle: dpa

Empfohlene Kanäle