Übergriffe in Chemnitz: Marburger SPD nach Demonstration überfallen

Am 04.09.2018 veröffentlicht

David Geßner war am Samstag in Chemnitz und lief bei der Demo 'Herz statt Hetze' mit. Gemeinsam mit 3.000 Demonstranten stellte sich die Marburger SPD gegen den Marsch von AfD, Pegida und dem rechten Bündnis "Pro Chemnitz". Bei der Demonstration kam es zu vielen Ausschreitungen. So soll auch die Marburger SPD-Gruppe überfallen worden sein.

"Ich bin entsetzt. Meine Gruppe aus Marburg wurde gerade auf dem Weg zum Bus von Nazis überfallen", so twitterte der Bundestagsabgeordnete Sören Bartol am späten Samstagabend. Nach eigenen Angaben wurden SPD-Fahnen zerstört und einige körperlich angegriffen. Gemeinsam mit einer rund 30-köpfigen Gruppe beteiligte sich Bartol an der Kundgebung "Herz statt Hetz" gegen Fremdenfeindlichkeit in Chemnitz. 

Rechtsradikale haben die SPD-Gruppe abgefangen

Als die Gruppe gegen 20 Uhr zurück zum Bus ging, sei es zum Angriff gekommen. Rund 20 offenkundig Rechtsradikale hätten die Hessen auf einer Straße angegriffen. Einige wurden geschlagen, die Fahnen zerstört. "Da kam diese Horde junger Leute, 20 junge Männer ungefähr, muskelbepackt und einer hatte einen Baseballschläger. Gerade als ich weglaufe, bekomme ich einen Schlag auf den Kopf mit einer Faust. Ich kann froh sein, dass nicht mehr passiert ist", so Karin Dettmering von der SPD in Ebsdorf.

Eine Polizeistreife konnte die Situation schließlich deeskalieren. Die Angreifer flüchteten in einen angrenzenden Park. Die SPD Marburg-Biedenkopf fordert nun ein härteres Vorgehen gegen die AfD. Jetzt müssen die Beteiligten das Erlebte erst einmal verdauen, aber sie würden jederzeit wieder gegen Fremdenfeindlichkeit demonstrieren.

 

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