Lilien ziehen Reißleine: Darmstadt 98 feuert Trainer Schuster

Am 18.02.2019 veröffentlicht

Darmstadt 98 will sich vor einem möglichen Absturz in die Drittklassigkeit bewahren und setzt Trainer Dirk Schuster vor die Tür. Auf den Nachfolger lasten hohe Erwartungen.

Zum zweiten Mal ist die einstige Muster-Ehe zwischen dem SV Darmstadt 98 und Trainer Dirk Schuster geschieden worden. Nachdem die Südhessen nur eines der vergangenen zehn Spiele gewinnen konnten, reagiert die Vereinsführung. "Aufgrund der starken Gefährdung der in dieser Saison ausgerufenen Ziele und der nicht zufriedenstellenden sportlichen Entwicklung der Mannschaft haben wir uns zu dieser Entscheidung gezwungen gesehen", begründet Darmstadts Präsident Rüdiger Fritsch die Freistellung. Auch Schusters Co-Trainer Sascha Franz und Frank Steinmetz müssen gehen. Das Trio habe "große Verdienste erworben", sagt Fritsch, der den Schritt sehr bedauere.

Nach nur sechs Punkten aus den vergangenen zehn Spielen beträgt der Abstand der Hessen zum Abstiegsrelegationsplatz nur noch vier Zähler. Der Verein glaubt nicht, dass Schuster den Abstieg verhindern könne. In der Vorsaison habe er die Lilien noch davor bewahren können, nachdem Schuster die Mannschaft Mitte Dezember 2017 als Nachfolger von Torsten Frings auf Rang 16 übernommen hatte. Dank einer Serie von elf Spielen ohne Niederlage kletterten die Hessen damals noch auf Platz zehn. Doch in dieser Spielzeit stagnierte die Mannschaft.

Zweites Engagement für Darmstadt

Für den 51 Jahre alten Schuster war es bereits das zweite Engagement in Darmstadt. Zuvor hatte er den Verein schon von Dezember 2012 bis Sommer 2016 betreut und in dieser Zeit von der 3. Liga in die Bundesliga geführt. Trotz des überraschenden Klassenerhalts wechselte der damals gefeierte und später zum Trainer des Jahres gekürte Trainer nach Augsburg, wo der ehemalige Bundesligaprofi jedoch nach nur sechs Monaten beurlaubt wurde.

Auch für Darmstadt ging es nach der ersten Trennung abwärts. Der als Nachfolger geholte Norbert Meier musste nach nur zwölf Spielen gehen. Dessen Nachfolger Frings konnte den Abstieg nicht verhindern und war den Posten nach einem Jahr wieder los.

Trainersucher auf Hochtouren

Der bisherige Sportkoordinator Carsten Wehlmann wird nun zum Sportlichen Leiter des Tabellen-14. befördert und mit der Suche nach einem Nachfolger beauftragt. "Wir sind davon überzeugt, dass er bei seiner neuen Aufgabe Erfolg haben wird", sagt Fritsch. Einen weiteren Fehlschuss kann sich der Verein auch nicht leisten.

Vorerst wird das Trio Kai-Peter Schmitz, Dimo Wache und Uwe Zimmermann die Mannschaft auf das Heimspiel am kommenden Samstag gegen Dynamo Dresden vorbereiten.

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