Sohn (11) in der Kälte ausgesetzt: Bewährungsstrafe für Vater aus Alsbach

Am 17.11.2020 veröffentlicht

Im Dezember 2019 hatte Frank M. seinen damals elfjährigen Sohn Timm im hessischen Alsbach-Hähnlein ausgesetzt – bei niedriger, einstelliger Temperatur. Dafür musste sich der 52-Jährige vor Gericht verantworten, heute wurde er zu einer Freiheitsstrafe von einem Jahr auf Bewährung verurteilt. Darüber hinaus wird er 1.000 Euro an den Darmstädter Kinderschutzbund zahlen müssen.

Auslöser für die Auseinandersetzung war ein Streit um die Hausaufgaben. Passanten fanden den Jungen gegen 23:30 Uhr zusammengekauert am Straßenrand. 

Timm traute sich nicht mehr nach Hause

Schläge mit dem Gürtel, kein Abendessen als Bestrafung: Unter Ausschluss der Öffentlichkeit erzählte Timm dem Vorsitzenden Richter Martin Wallocha von den brutalen Erziehungsmethoden seines 52-jährigen Vaters. Der Junge blieb an dem Dezemberabend in der Kälte liegen, weil er sich schlichtweg nicht mehr nach Hause getraut hatte. Frank M. beschrieb sich im Prozess selbst als strengen Vater, Schule und die Erledigung der Hausaufgaben seien immer ein wichtiges Thema gewesen. Schließlich habe der Vater gewollt, dass sein Sohn aufs Gymnasium geht und später einmal eine Polizeikarriere anstrebt.

Vater wurde wegen Verletzung seiner Fürsorgepflicht verurteilt

Laut eigener Aussage habe Frank M. seinen Sohn aber niemals aussetzen wollen. Nach der Auseinandersetzung mit Timm will er noch nach ihm gesucht haben. Angeklagt wurde M. wegen Kindesaussetzung, schlussendlich wurde er wegen Verletzung seiner Fürsorgepflicht verurteilt. "Sie haben durch Ihre Tat ihren Sohn des Vaters beraubt", sagte Richter Wallocha in seiner Urteilsverkündung.

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