Urteil in Darmstadt gefallen: Haftstrafe für jungen Raser

Am 04.11.2019 veröffentlicht

Mit über 100 Stundenkilometern kracht der 18-Jährige auf der Flucht vor einer Polizeikontrolle in das geparkte Auto einer Familie - die 39-jährige Mutter wird tödlich verletzt, der zehnjährige Sohn kommt mit schweren Verletzungen davon. Jetzt ist das Urteil in Darmstadt gegen den Fahrer gefallen.

RTL Hessen-Reporter Benjamin Holler ist vor Ort am Landgericht Darmstadt und berichtet: "Der Angeklagte wird wegen Mordes in Tateinheit, versuchten Mordes und Fahren ohne Führerschein zu einer Jugendfreiheitsstrafe von sechs Jahren und vier Monaten verurteilt." Die Verteidigung kündigte an, dass sie in Revision gehen wolle, da sie mit dem Mordurteil nicht einverstanden ist.

Haftstrafe trotz Reue

Der Fahrer hatte zum Prozessbeginn ein Geständnis abgelegt und zeigte Reue. Er sei ein "Autonarr" und aus Angst vor einem weiteren Verfahren wegen Fahrens ohne Führerschein vor der Polizei geflohen. Die Polizei wurde aufgrund seines abgelaufenen Kennzeichens auf den Fahrer aufmerksam. Laut Anklage flüchtete der führerscheinlose junge Mann am 30. Dezember 2018 streckenweise mit 180 Stundenkilometern vor der Polizei.

Familienvater erlitt Schock

Der Vater der Familie hatte vor dem tödlichen Unfall das Auto für einen Toilettengang auf dem Autobahn-Parkplatz "Fuchsbuckel" an der A5 bei Heppenheim verlassen und erlitt einen Schock. Sein Anwalt Thomas Reiche sagt, dass er noch sehr unter dem Verlust seiner Frau leide und ihm auch ein hartes Urteil keine Genugtuung gebe. 

Angehörige stehen hinter dem Angeklagten
 
Der Vater des Verurteilten ist unzufrieden mit dem Urteil. Er hofft, dass in einer Revision der Mordvorwurf fällt. „Wir stehen zu unserem Sohn“, sagte er im Gespräch mit unserem Reporter. Ein Fernsehinterview wollte er nicht geben. Der Vater ist sich sicher, dass die Haftstrafe dazu führe, dass sich sein Sohn auch endlich an Regeln halten werde. "Das ist der nötige Tritt in das Schienbein." Nach drei abgebrochenen Ausbildungen soll der 18-jährige im Gefängnis endlich eine Lehre abschließen, so der Vater. Die Freundin des Angeklagten hat das Urteil unter Tränen verfolgt. Sie hatte ihn zuletzt regelmäßig besucht. 

 

 

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