Diskussion um Zölibat: Tradition oder veralteter Glaube?

Am 21.02.2019 veröffentlicht

"Es schadet der Kirche nicht, wenn Priester frei sind zu wählen, ob sie die Ehe leben wollen oder ob sie ehelos leben wollen", sagt der Limburger Bischof Georg Bätzing. Am Mittwoch stieß er mit genau diesen Worten eine offene Diskussion über das Zölibat in der katholischen Kirche an. Ist es eine Tradition, die aufrecht erhalten werden soll oder ein veralteter Glaube? 

Der Zölibat ist im Christentum das Versprechen der Priester, das weitere Leben ehelos zu führen. Nicht nur von der Bevölkerung wird die Tradition aber schon lange nicht mehr als zeitgemäß angesehen. Auch die Frankfurter Caritas Direktorin appeliert an einen Wandel. "Wir müssen da wieder wirklich mehr an die Lebenswirklichkeit der Menschen anknüpfen und ihnen auch da einen Weg innerhalb der Kirche ermöglichen und nicht einen Ausschluss“. Diese Meinung teilen jedoch nicht alle in der katholischen Kirche, weswegen es nicht einfach sein wird, eine endgültige Entscheidung zu treffen. 

Besonders die internationalen Missbrauchsskandale in der Kirche haben die Glaubwürdigkeit des Pflichtzölibats in Frage gestellt. Die Bischöfe werden in Rom viel darüber debattieren müssen, wie sie mit der Enthaltsamkeit in Zukunft umgehen werden. Vielleicht hat Georg Bätzing mit seinem Vorstoß ja für ein Umdenken gesorgt.

 

Unser Reporter Pascal Wede fasst die Diskussion zusammen.

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