Drogen in Deutschland: Rauschgiftkriminalität nimmt weiter zu

Am 23.05.2018 veröffentlicht

Die Rauschgiftkriminalität in Deutschland nimmt weiter zu. Das hat das Bundeskriminalamt (BKA) am Mittwoch in Wiesbaden bekannt gegeben.

Immer mehr Drogendelikte in Deutschland

Allein im Jahr 2017 wurden mehr als 330.000 Straftaten in Verbindung mit Drogen erfasst. Damit sei die Zahl im siebten Jahr in Folge gestiegen, im Vergleich zum Vorjahr sogar um 9,2 Prozent.

Sowohl beim Konsum als auch beim Handel mit Drogen gehen die Zahlen nach oben. Vor allem Rauschgiftdelikte mit Kokain und Cannabis haben laut BKA zugenommen.

Drogen aus dem Internet

Ein möglicher Grund: "Man muss heute nicht mehr zwielichtige Personen an dunklen Bahnhofsecken aufsuchen, um Drogen zu kaufen. Klassische Drogen lassen sich heute vielmehr bequem im Internet bestellen und werden dann per Post frei Haus geliefert", erklärt Holger Münch, Präsident des Bundeskriminalamt.

Neben den klassischen Drogen wie Kokain und Cannabis machen dem BKA aber vor allem sogenannte "Legal Highs" Sorgen. Diese "Neuen psychoaktiven Stoffe" (NPS) bestehen aus Kräutermischungen oder synthetischen Cocktails. Da oft nicht klar ist, welche Substanzen in welcher Wirkstoffkonzentration in NPS stecken, ist ihre Wirkung für den Nutzer aber unberechenbar.

"Legalisierung von Cannabis wäre falsch"

Ein Gesetz gegen "Legal Highs" wurde bereits verabschiedet. Auch von einer Legalisierung von Cannabis rät Marlene Mortler, Drogenbeauftragte der Bundesregierung, ab: "Beim Thema Cannabis müssen wir achtsam bleiben. Eine Legalisierung wäre das falsche Signal. Es geht nicht darum, Statistiken zu verschönern, sondern darum, einer gefährlichen Droge entgegenzutreten."

Damit Drogen nicht weiter über das Internet zu erwerben sind, setzt das BKA nun erstmals extra dafür ausgebildete Cyberkriminalisten und -analysten ein. "Die Polizei leistet damit ihren Beitrag bei der Rauschgiftbekämpfung – diese ist jedoch auch eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe", betont Münch.

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