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Eintracht-Sieg gegen Lazio Rom: Großartige Stimmung trotz Zwischenfällen

Eine Stimmung, die vielen Eintracht-Fans wohl noch lange im Gedächtnis bleiben wird – und ein ebenso beeindruckendes Ergebnis. Mit 4:1 gewinnen die Adler ihr zweites Europacup-Spiel gegen Lazio Rom. Einen Beigeschmack gab es aber auch: Neben dem Entzünden von Pyrotechnik in den Fanblöcken kam es am Rande des Spiels zu Zwischenfällen: 27 Fußball-Fans beider Lager wurden von der Polizei festgenommen. Dies teilte ein Sprecher der Polizei am frühen Freitagmorgen mit. 

Nach dem Geisterspiel gegen Olympique Marseille überzeuge die Eintracht vor allem mit ihrem Gegenpressing in der gegnerischen Hälfte. Sebastién Haller und Luka Jovic besonders liefen die Gäste aus Rom früh an, erzwangen so frühe Ballverluste der Italiener. Das zahlte sich schnell aus. Bereits in der 4. Minute traf Außenverteidiger Danny Da Costa nach einem Eckball. Eine frühe Führung, die aber leider nicht zur gewollten Sicherheit im Spiel führte. Knapp 20 Minuten später traf Roms Marco Parolo zum zwischenzeitlichen Ausgleich. Die Eintracht schüttelte sich kurz und presste nun noch eher, verbuchte viele Ballgewinne. Sinnbildlich, das längst fällige 2:1 von Filip Kostic nach tollem Einsatz von Sebastién Haller. (28.)

Mit langen Ballbesitzphasen ließen die Adler die Römer nicht ins Spiel kommen. Diese holten sich nach einem taktischen Foul von Basta noch vor der Halbzeitpause eine gelb-rote Karte ab. Nach Wiederanpfiff ging es für Frankfurt druckvoll weiter. Nach Traumkonter und Traumlupfer von Luka Jovic stellten die Adler auf das vorentscheidende 3:1. Die Situation für den Serie-A-Teilnehmer wurde ab der 58. Minute nur noch schlimmer, nachdem sich Joaquin Correa nach hartem Foulspiel die nächste rote Karte abholte. Eine vertretbare, aber harte Entscheidung. Den Schlusspunkt setzte Danny Da Costa mit seinem ersten Doppelpack für die Eintracht (90.+4) Trainer Adi Hütter war voll des Lobes: "Wir haben einen fantastischen Abend erlebt."

Die Highlights im Überblick

Tor Frankfurt:              Danny da Costa (4./90+4),
Tor Rom:                      Marco Parolo (23.)
Tor Frankfurt:              Filip Kostic (28.) 
Gelb-rote Karte Rom: Dusan Basta (45+3)
Tor Frankfurt:              Luka Jovic (52.) 
Rote Karte Rom:        Joaquin Correa (58.)

"Prince, komm' bald wieder"

Vor der Partie wurde Kevin-Prince Boateng, der in der vergangenen Saison wesentlich zum Gewinn des DFB-Pokals beigetragen hatte, nachträglich noch von der Eintracht verabschiedet. "Du wird immer ein Teil der Eintracht-Familie bleiben", sagte Frankfurts Sportvorstand Fredi Bobic bei der Verabschiedung, die selbst dem hartgesottenen Boateng zu Tränen rührte. Die Fans feierten ihn mit Standing Ovations und schrien: "Prince komm' bald wieder". Nach dem DFB-Pokalsieg war er zu Sassuolo Calcio nach Italien gewechselt.

Festnahmen trüben nicht die Stimmung

Am Stadion hatten vor dem Anpfiff Fans Steine geworfen. Bis zu 100 sogenannte "Problemfans" aus Frankfurt hätten sich zuvor an den Bahn-Gleisen am Stadion vermummt. Bei den Steinwürfen sei eine Polizistin verletzt worden. Zudem sei ein Anhänger festgenommen worden, der auf der Tribüne den Hitler-Gruß gezeigt haben soll. Nach dem Abpfiff kam es noch zu einem Übergriff auf einen Gastfan. Vier Tatverdächtige wurden dabei festgenommen, twitterte die Polizei. Aus Rom waren rund 730 Lazio-Fans zum Spiel angereist. "Der Ablaufplan ist nach dem Spiel insgesamt aber aufgegangen, was sicher auch durch das Ergebnis begünstigt wurde", sagte ein Sprecher der Frankfurter Polizei.

Traurige Nachricht nach dem Spiel

Nach dem Spiel gegen Lazio bildeten die Frankfurter Spieler und Betreuer ungewöhnlicherweise einen Kreis auf dem Rasen, bevor sie traditionsgemäß zu den Fans liefen. Aus einem traurigen Grund: Der Mannschaft wurde mitgeteilt, dass der Bruder von Eintracht-Mittelfeldspieler Lucas Torro unerwartet gestorben ist. "Das ist eine traurige Nachricht, die unsere Feierfreude nach dem Spiel getrübt hat", sagte Hütter. "Lucas wollte heute unbedingt dabei sein. Wir stützen ihn und sind in Gedanken bei ihm." Torro wird aber nicht am kommenden Sonntag im Bundesligaspiel bei 1899 Hoffenheim dabei sein.

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