Sebastien Haller von Eintracht geht zu den Fans nach der Niederlage im Elfmeterschießen. Foto: Arne Dedert/dpa

Trotz großem Kampf: Eintrachts Traum vom Finale geplatzt

Sie haben gekämpft und alles gegeben, doch am Ende zerplatzte der Frankfurter Traum vom Europa-League-Finale nach Elfmeterschießen beim FC Chelsea. Die Fans, die die Mannschaft von Beginn an lautstark angefeuert hatte, feierten ihre Adler auch nach Abpfiff.

Während sich die Chelsea-Fans nach Ende des Spiels auf den Weg nach Hause machten, war im Fanblock der Frankfurter noch lange nicht Schluss: Schals, Fahnen, Gesänge – emotionaler konnten die Anhänger ihrer Mannschaft nicht für die vergangenen Wochen in der Europa-League danken.

Hinteregger und Paciência scheitern an Chelsea-Keeper

Eine Woche nach dem 1:1 im Hinspiel gewannen die Londoner das zweite Duell an der heimischen Stamford Bridge im Elfmeterschießen mit 4:3 (1:1, 1:1, 1:0) und dürfen sich nun auf das Endspiel am 29. Mai im aserbaidschanischen Baku freuen. Chelsea-Torhüter Kepa parierte die Elfmeter von Martin Hinteregger und Gonçalo Paciência und wurde anschließend von seinen Mitspielern euphorisch gefeiert.

Tempofußball und schnelle Angriffe

Nach einer knappen Viertelstunde hätte Danny da Costa den mutigen Auftritt der Eintracht fast mit dem 1:0 belohnt. Seine technisch anspruchsvolle Direktabnahme lenkte Kepa jedoch reaktionsschnell über die Latte. Auch das 0:1 fand seinen Ursprung auf dem Flügel. Eden Hazard, der anders als im Hinspiel von Beginn an dabei war, setzte sich an der Seitenlinie durch, spielte einen Steilpass auf Loftus-Cheek und der 23-Jährige schob den Ball unhaltbar in die lange Ecke.

Chelsea war nun klar überlegen und drängte die Eintracht nach hinten. Loftus-Cheek (39.) hätte den Vorsprung ausbauen können, doch es ging mit 0:1 aus Frankfurter Sicht in die Pause. Nach dem Seitenwechsel schlug die Eintracht zurück. Frankfurt spielte plötzlich hohes Pressing und belohnte sich mit dem Ausgleich. Nach starkem Doppelpass mit Mijat Gacinovic blieb Jovic frei vor Kepa ganz cool. Der Serbe erzielte sein bereits zehntes Tor in dieser Europa-League-Spielzeit.

1:1 gab Eintracht Energie-Schub

Obwohl die Frankfurter bereits ihr 48. Pflichtspiel der Saison absolvierten, rannten und ackerten sie unaufhörlich. Doch auch Chelsea blieb gefährlich: Bei einem Flatterball des eingewechselten Davide Zappacosta hatte Trapp große Mühe (78.). In der Schlussphase hatten die Londoner Glück, dass César Azpilicueta nach einem rüden Foul gegen Gacinovic nicht die Rote Karte sah.

Der nach fünfwöchiger Verletzungspause erstmals wieder eingewechselte Sebastién Haller wäre in der Verlängerung fast zum umjubelten Frankfurter Torschützen geworden. Zunächst rettete David Luiz nach einem Schuss des Stürmers spektakulär auf der Linie (100.), fünf Minuten später war Zappacosta für seinen bereits geschlagenen Torhüter zur Stelle. Ein Treffer von Azpilicueta (116.) zählte nicht, weil der Chelsea-Kapitän Trapp nach Ansicht von Schiedsrichter Ovidiu Hategan aus Rumänien unfair im Fünfmeterraum angegangen war. So musste die Entscheidung vom Elfmeterpunkt fallen.

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