Entspannter Anfang: Kasseler Schule probt mit 'Früben' späten Unterrichtsbeginn

Am 19.06.2018 veröffentlicht

Aufstehen, wenn die anderen schon längst die Schulbank drücken. Genau das können Schüler an der Reformschule in Kassel. An vier von fünf Tagen beginnt der Unterricht für sie erst um 8:30 Uhr. 

'Offener Anfang' so nennt die Reformschule in Bad Wilhelmshöhe in Kassel den flexiblen Start. Der Unterricht beginnt zwar erst um 8:30 Uhr, ihre Türen öffnet die Schule aber schon um 7:30 Uhr. Den Schülern ist es freigestellt, ob sie schon vor dem Unterricht zum lernen kommen oder doch lieber länger schlafen und erst zur regulären ersten Stunden da sind.

Früh übt sich

Das Angebot vor der Schule früher kommen zu können, um beispielsweise zu lernen nennt die Schule 'früben'. Schülerin Lena findet das super: "Da kann man alle Hausaufgaben machen, die man über die Woche aufbekommt. Ich zum Beispiel mache Französisch, weil wir das letzte Woche aufbekommen haben. Dann kann ich das hier erledigen und nicht zuhause." Beim freiwilligen Üben ist immer ein Lehrer als Ansprechpartner vor Ort, so ist auch vor dem regulären Schulstart die Betreuung immer gewährleistet. 

Späterer Start hat Vorteile

Lehrer wie Ricky Cramer sehen beim späten Unterrichtsbeginn viele Vorteile für das Lernverhalten ihrer Schüler: "Manche hatten zu Hause keine Zeit mehr zu frühstücken, das können sie dann hier in der Cafeteria nachholen. Das heißt, wir haben schon mal einen viel beruhigteren Anfang. Die Schüler sind konzentrierter, wacher und können dann direkt in der ersten Stunden mit dem Unterricht anfangen." Weil das Experiment gut ankam, wird der Unterricht auch ab dem kommenden Schuljahr dauerhaft erst halb neun losgehen.

 

 

 

 

 

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