Erinnerung und Mahnung: 96 neue Stolpersteine für Frankfurt

Am 17.05.2018 veröffentlicht

Sie erinnern an die Schicksale Frankfurter Bürger: Die sogenannten "Stolpersteine" werden vor ihren einstigen Wohnhäusern in den Bürgersteig eingelassen. Darauf zu lesen sind die Namen, Geburts- und sofern bekannt - die Todesdaten. Die meisten der neuen Gedenksteine erinnern an jüdische Opfer aus dem Zweiten Weltkrieg.

Die 10 Zentimeter breiten Betonquader sind mit einer Messingplatte auf der Oberseite verankert. Sie erinnern an die Menschen, die von den Nationalsozialisten im Zweiten Weltkrieg verfolgt und ermordet wurden, die aus Deutschland fliehen mussten oder die Zeit in den Konzentrationslagern überleben konnten.

"Mit den Stolpersteinen bringen wir das Gedenken in den Alltag", sagt Hartmut Schmidt, der die Gedenkaktioon in Frankfurt koordiniert. Das Gedenken geschehe durch die Steine im Bürgersteig nicht aufdringlich, sondern beinahe beiläufig und genau dort, wo die Menschen damals gelebt haben.

Mitte Mai 2018 werden 96 neue Stolpersteine verlegt, erstmals auch in den Frankfurter Stadtteilen Sossenheim und Hausen. In Frankfurt wurden seit 2003 insgesamt 1260 Stolpersteine verlegt. Im Oktober folgen weitere 20. In ganz Deutschland und weiteren 21 europäischen Ländern hat der Künstler Gunter Demming über 67.000 Stolpersteine verlegt.

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