Infos zum Tathergang: Stephan Ernst beantwortet Fragen in Lübcke-Prozess

Am 07.08.2020 veröffentlicht

Stephan Ernst hatte am Mittwoch erstmals vor dem Oberlandesgericht sein Schweigen gebrochen und die Schussabgabe auf Kassels Regierungspräsidenten eingeräumt. Heute beantwortete der Hauptangeklagte im Lübcke-Prozess die Fragen des Senats und der Anklage der Nebenklage. Dadurch kamen weitere Einzelheiten zum Tathergang ans Tageslicht.

So soll Stephan Ernst seinen Trommelrevolver zuvor im Jahre 2016 auf einem Kasseler Flohmarkt gekauft haben. Bevor er sich gemeinsam mit seinem Komplizen Markus H. in der Tatnacht auf den Weg zum Hause des Regierungspräsidenten in Wolfhagen-Istha gemacht hatte, sollen sie in einer Autowaschanlage zuvor neue Nummernschilder an ihr Fahrzeug geschraubt haben. Ihre Handys sollen sie zuhause liegen gelassen haben, um jegliche Ortung zu verhindern.

Der Moment des Schusses

Als Stephan Ernst und Markus H. Lübckes Terrasse betraten, soll der in seinem Gartenstuhl gesessen haben. Als er Ernst und H. sah, stand er auf, Ernst habe ihn dann wieder zurück in den Stuhl geschubst. H. soll daraufhin noch „Zeit zum Auswandern“, zu Lübcke gesagt haben. Lübcke soll daraufhin lauthals „Verschwinden Sie“ gerufen haben. Danach soll Ernst den tödlichen Schuss abgefeuert haben.

Danach entfernten sie die falschen Nummernschilder wieder und löschten am nächsten Tag alle Chatverläufe.

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