Foto: imago/Jan Huebner

5 Tote in Südhessen: Erst Flieger-Absturz, dann Streifenwagen-Unfall

Erst werden die Rettungskräfte zu einem Spargelfeld nach Erzhausen gerufen: Dort stürzt ein Kleinflugzeug ab. Als ein Streifenwagen der Polizei zur Absturzstelle rast, wird er in einen folgenschweren Unfall verwickelt.

Beim Absturz eines Kleinflugzeugs in der Nähe des Flugplatzes in Egelsbach sind drei Menschen ums Leben gekommen. Die Maschine war am Sonntag auf ein Spargelfeld in Erzhausen gestürzt, teilte die Polizei mit. Nach ersten Erkenntnissen sei die sechssitzige Maschine nach ihrem Aufprall komplett ausgebrannt, sagte eine Polizeisprecherin in Darmstadt. Das Trümmerfeld umfasse einen Radius von bis zu 20 Metern. Die Unfallstelle wurde weiträumig abgesperrt.

Neben den Beamten der Kriminalpolizei sei auch die Bundesstelle für Flugunfalluntersuchung in die Ermittlungen zur Unfallursache mit eingebunden, wie die Polizei weiter mitteilte. Außerdem seien zahlreiche Kräfte von Polizei und Rettungsorganisationen der umliegenden Gemeinden an der Absturzstelle.

Russische Millionärin unter den Opfern

Unter den Todesopfern ist mit Natalija Fileva eine der reichsten Frauen Russlands, sie ist Chefin der Airline S7. Das Unternehmen bestätgite den Tod der 55-Jährigen gegenüber der Deutschen Presse-Agentur in Moskau. Russischen Medien zufolge war auch ihr Vater mit in dem Flugzeug. Die Polizei bestätigte die Identitäten zunächst nicht - sprach aber von zwei russischen Staatsangehörigen. Russischen Medien zufolge war auch Filevas Vater an Bord.

Experten aus Moskau reisen zur Absturzstelle

Noch am Montag sollen russische Experten zur Unglücksstelle reisen, um den deutschen Kollegen bei der Suche nach der Absturzursache zu helfen. Das sagte der stellvertretende Leiter des russischen Zwischenstaatlichen Luftverkehrskomitees (MAK), Sergej Sajko, der Agentur Tass in Moskau. "Der Staat, dessen Flugzeug abgestürzt ist, ist immer an der Zusammensetzung der Untersuchungskommission beteiligt", sagte Sajko. "Sollte es notwendig sein, sind wir bereit, beratend zu helfen und Hilfe zu leisten bei der Auswertung der Flugschreiber, sollten diese gefunden werden."

Weiterer Unfall auf der Anfahrt

Nur wenige Kilometer entfernt von der Absturzstelle kamen bei einem frontalen Zusammenstoß zwischen einem Einsatzwagen der Polizei und einem weiteren Auto zwei Menschen ums Leben. Wie ein Sprecher der Polizei in Offenbach am Sonntag sagte, wurden die drei Insassen des Streifenwagens schwer verletzt. Die beiden Insassen in dem Wagen des mutmaßlichen Unfallverursachers starben. Die Polizeibeamten seien nach ersten Erkenntnissen mit Blaulicht unterwegs zu der Absturzstelle des Flugzeuges gewesen, sagte eine Polizeisprecherin.

Themen
Kommentare