Hitzige Debatte: Zu viel nackte Haut in Fahrradhelm-Kampage?

Am 25.03.2019 veröffentlicht

Die neue Fahrradhelm-Kampagne mit leicht bekleideten Models des Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer (CSU) trifft auf großen Gegenwind. "Sexistisch und peinlich" finden viele. Vor allem SPD-Politikerinnen fühlen sich von der Werbeaktion abgestoßen und fordern ihren Stopp.

Es ist ein großer Aufreger: Eine Fahrradhelm-Kampagne, in der kein einziges Mal ein Fahrrad zu sehen ist. Stattdessen gibt es viel nackte Haut unter dem Motto "Looks like shit but saves my life". Damit sollen besonders junge Frauen und Männer angesprochen werden, die einen Helm meist aus ästhetischen Gründen ablehnen, so das Verkehrsministerium.

Scharfe Kritik von anderen Parteien und im Netz

"Weil Frauen sich mit Fahrradhelm so uncool fühlen, fahren Heidis Models jetzt mit Dessous? Das ist eine sexistische Kampagne mit Steuergeld finanziert. Einfach unnötig", so ein Kommentar einer Twitter-Userin. Laut SPD spreche die Kampagne das richtige Thema an, jedoch mit der falschen Umsetzung. Diese sei nämlich nach der SPD-Fraktionsvize Katja Mast "peinlich, altbacken und sexistisch". Halbnackte Frauen und Männer sollten nicht mit Steuergeldern auf Plakate gebannt werden.

Auch Familienministerin Franziska Giffey (SPD) bewertet die Aktion als wenig amüsant. Frauen fühlten sich beleidigt. "Deshalb: Runter mit den Plakaten", fordert Maria Noichl als Vorsitzende der Arbeitsgemeinschaft Sozialdemokratischer Frauen. Kritik kommt auch aus den Reihen der Grünen - Verkehrspolitiker Stefan Gelbhaar plediert "Statt auf sexistische Werbung ohne Wirkung zu setzen, sollte Scheuer endlich ernsthaft für die Verkehrssicherheit auf unseren Straßen sorgen."

Verkehrsministerium freut sich über Aufmerksamkeit

Das Verkehrsministerium kann die Kritik nachvollziehen, steht aber hinter den Motiven der Kampagne. Die Zielgruppe sei erreicht worden. Scheuer bedankt sich auf Twitter für die "riesen Aufmerksamkeit" und die "Top-Kooperation" mit der Sendung Germanys next Topmodel.

Im Video von Luisa Vollmert sehen Sie die umstrittene Werbeaktion und wie die Hessen darauf reagieren.

 

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