Fallpauschale in Hessen: Gesundheitssystem in der Kritik

Am 03.07.2018 veröffentlicht

Die Knie-Operation von Maik Mau hatte nachwirkende Schäden. Nach einem Arbeitsunfall wurde er behandelt, aber zu schnell entlassen. Sein Knie war noch nicht geheilt. Er ist nur ein Beispiel für viele Behandlungsopfer in Hessen. Das Gesundheitssystem steht in der Kritik.

Maik Mau hat sich bei einem Arbeitsunfall sein Bein verdreht. In der Klinik wurde er zwar behandelt, durfte aber zu früh gehen. Das Knie hat sich entzündet, selbst bei der Nachuntersuchung wurde er nicht beachtet, so der Wetzlarer. Ein Fall wie aus dem Lehrbuch für Systemkritiker.

Das hessische Gesundheitssystem fördert eine schlechte Versogurng, meint der Patientenanwalt Burkhard Kirchhoff und kritisiert das deutsche Abrechungsmodell.  "Das System der Fallpauschalen ist ein absoluter Irrsinn für die Patienten. Es fördert, dass Patienten eine kurze Verweilzeit in den Kliniken haben." Bei der sogenannten Fallpauschale werden die Kosten für eine bestimmte Therapie durchschnittlich berechnet und dann pauschal bezahlt. Doch was vor Jahren eingeführt wurde um unnötige Behandlungskosten zu vermeiden, produziert längst negative Effekte.

Die Patienten kommen zu kurz

Insbesondere Personalkosten können die Krankenhäuser über Fallpauschalen nicht ausreichend abdecken. Einsparungen, Leistungsdruck und zu wenig Zeit - diese negativen Auswirkungen kritisiert auch die hessische Ärzteschaft. "Die Ärzte und Ärztinnen stehen unter einem Druck, alles in einer bestimmten Zeit zu erledigen, das können sie am Fließband machen - aber nicht mit Patienten. Die kommen dabei zu kurz", erklärt uns Gottfried von Knoblauch zu Hatzbach, der Präsident der hessischen Landesärztekammer.

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn plant immerhin die Krankenhäuser zu entlasten. So sollen die Krankenkassen den Kliniken die Pflegekosten ab 2020 gesondert erstatten.

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