Fenster in Sekunden geknackt: Einbrecher kommen zur Urlaubszeit

Am 27.06.2018 veröffentlicht

Für Familie Gerritzen aus Limeshain ist die Vorstellung nur schwer zu ertragen, dass ein fremder Mann einfach durch ihre Wohnung gelaufen ist. Mitte Juni bricht ein Unbekannter durch das Fenster ein - und wird vom Familienvater ertappt.

Der Mann ist von den Sicherheitskameras gefilmt worden, trotzdem haben sie den Einbruch selbst nicht verhindern können. Auch wenn der Unbekannte nichts gestohlen ist, so ist die psychische Belastung für die Familie hoch. "Die Kinder zittern, wenn es abends ins Bett geht", berichtet Mutter Jasmin Gerritzen. Gemeinsam mit ihrer Tochter muss sie nun mehrfach die Wohnung abgehen, damit das Kind ohne Angst einschlafen kann. "Uns wäre es egal gewesen, wenn er 20 Euro mitgenommen hätte. Aber was er meinen Kindern angetan hat, das ist schlimm", sagt Vater Andreas Kittel-Gerritzen.

Die Gerritztens haben das Video ihrer Überwachungskameras veröffentlicht. Daraufhin haben sich Nachbarn gemeldet. Auch sie wollen denselben Mann bei sich gesehen haben.

Zahl der Einbrüche gehen zurück

Für Einbruchsopfer ist es ein schwacher Trost, dass die Einbruchsrate insgesamt zurück geht. Wurden im Jahr 2016 rund 10.400 Einbrüche gemeldet, so waren es laut hessischer Kriminalstatistik 2017 knapp 9.300 Fälle. Gut ein Fünftel aller Einbrüche werde demnach aufgeklärt.

Sylvia Jacob arbeitet im Polizeipräsidium Mittelhessen in Gießen als Kriminalpolizeiliche Beraterin. Sie empfiehlt moderne Fenster, die mit ausreichend Sicherheitstechnik ausgestattet sind. Diese seien nicht zwingend teurer, als herkömmliche Fenster. Eine spezielle Folie kann zB verhindern, dass in Fenster Löcher geschlagen werden. Wer seine eigenen vier Wände gegen Einbrüche aufrüstet, bekommt sogar einen Zuschuss vom Staat. Umbauten bis 1000 Euro werden mit 20 Prozent bezuschusst, Präventions-Maßnahmen darüber hinaus mit 10 Prozent. Ansprechpartner hierfür die die KFW (Kreditanstalt für Wiederaufbau).

Nicht im sozialen Netzwerk mit langer Abwesenheit prahlen

Einbrecher-Banden haben häufig Einfamilienhaus-Siedlungen im Blick und legen den Fokus auf offensichtlich verwaiste Häuser. Dem sollen Mieter und Hausbesitzer entgegenwirken:

  • Mit Zeitschaltuhren sollen Lampen gesteuert werden
  • Auch Rollläden lassen sich mit Uhren steuern. Heruntergelassene Rollos sind Einladungen für Einbrecher.
  • Mülltonnen sollten nicht eine Woche an der Straße stehen.
  • Briefkästen sollten nicht überlaufen. Bitten Sie Bekannte, die Post in die Wohnung zu bringen.
  • Aufmerksame Einbrecher achten sogar auf den Rasen. Ist dieser zu lang, fällt eine lange Reise auf.
  • Auf Facebook oder Instagram sollen sich Urlauber mit konkreten Reisedaten zurückhalten.

Im oberen Video wagen wir den Versuch, nur mit einem Schraubendreher ein Fenster zu öffnen - mit erstaunlichem Ergebnis!

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