"Verlorenes Vertrauen zurückgewinnen": Steffen Krollmann und Axel Dornis sind neue Awo-Vorstände

Am 03.08.2020 veröffentlicht

Die Frankfurter Arbeiterwohlfahrt (Awo) hat am Montag ihre beiden neuen Vorstände vorgestellt. Künftig werde Steffen Krollmann als Vorstandsvorsitzender und Axel Dornis als Finanzvorstand den unternehmerischen Teil des Verbands führen, sagte Petra Rossbrey, die Vorsitzende des Frankfurter Awo-Präsidiums. Sie sollen den krisengeschüttelten Kreisverband mit seinen 1100 Beschäftigten in eine stabile Zukunft führen.

Krollmann war in den vergangenen Monaten bereits im bisherigen Interimsvorstand tätig gewesen. Dornis war nach Positionen in der Wirtschaft seit 2015 kaufmännischer Geschäftsführer in verschiedenen Gesellschaften des Internationalen Bundes. "Mit diesem Team werden wir die Awo neu aufstellen, verlorenes Vertrauen zurückgewinnen und den Verband wieder zu einem sicheren und verlässlichen Partner in der Stadt machen", sagte Rossbrey. Dies sei und bleibe eine "Herkulesaufgabe".  Die frühere Führung hatte einen Scherbenhaufen hinterlassen: Das Präsidium geht davon aus, dass zwischen 2015 und 2019 ein Gesamtschaden von etwa 4,5 Millionen Euro entstanden ist - unter anderen durch überhöhte Gehälter oder Luxus-Dienstwagen. Die Staatsanwaltschaft ermittelt wegen Betrugs und Untreue, parallel laufen Prozesse vor dem Arbeitsgericht.

Dienstwagen und Gehalt von Zübeyde Feldmann im Fokus

Im Zusammenhang mit der Awo-Affäre sind jetzt auch das frühere Gehalt und der Dienstwagen für Zübeyde Feldmann, die heutige Ehefrau des Frankfurter Oberbürgermeisters Peter Feldmann (SPD), Gegenstand der Ermittlungen. Diese richten sich aber nicht gegen das Ehepaar Feldmann, wie eine Sprecherin der Staatsanwaltschaft Frankfurt sagte. Bereits seit Monaten laufen Ermittlungen gegen ehemalige Awo-Funktionäre unter anderem wegen Verdachts auf Betrug und Untreue. Mit Verweis auf das laufende Verfahren machte die Sprecherin keine weiteren Angaben.

Ehepaar Feldmann hat Geld zurückbezahlt

Die damalige Lebensgefährtin Feldmanns soll als Leiterin eines deutsch-türkischen Kindergartens ein auffällig hohes Gehalt und einen Dienstwagen bezogen haben. Ein Sprecher Feldmanns verwies auf ein Schreiben des hessischen Justiz- an das Innenministerium, dass nach derzeitigem Erkenntnisstand der Staatsanwaltschaft Feldmann in Zusammenhang mit dem Vertragsverhältnis seiner Ehefrau lediglich als Inhaber eines Bankkontos in Erscheinung trete, von dem eine Rückzahlung an die Awo angewiesen worden sei. Es gebe aber "keine Anhaltspunkte dafür, dass er auf Vertragsverhandlungen Einfluss nahm oder davon Kenntnis hatte". Das Ehepaar hat mittlerweile Geld an die Awo zurückbezahlt.

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