Interne Aufsicht habe versagt: Millionenschaden bei Awo

Am 25.06.2020 veröffentlicht

Überteuerte Spitzengehälter, krude Dienstwagen-Regelungen - die Chefetage der Frankfurter Arbeiterwohlfahrt hat wohl tief in die eigenen Kassen gegriffen. Der finanzielle Schaden durch das Gebahren geht in die Millionen.

Das neue Präsidium und der Vorstand der Arbeiterwohlfahrt in Frankfurt gehen von einem Millionenschaden durch den "Awo-Skandal" aus. Der vorläufig festgestellte Gesamtschaden für den Kreisverband betrage für die vergangenen ier Jahre rund 4,5 Millionen Euro. Das sagte die Vorsitzende des Präsidiums Petra Rossbrey am Donnerstag auf einer Pressekonferenz in Frankfurt.

1,6 Millionen Euro davon entfielen auf überhöhte Gehälter und Dienstwagen sowie etwa 900.000 Euro auf ungerechtfertigte Spenden an den Kreisverband Wiesbaden, zu dem personelle Verflechtungen bestanden.

Kritik an interner Awo-Aufsicht

Rossbrey und Vorstand Gerhard Romen kritisierten das Versagen der bisherigen Aufsichtsgremien. Niemand sei den früheren Awo-Funktionären "in den Arm gefallen." Rossbrey war Mitte Februar in ihr Amt gewählt worden.

Seit dem vergangenen Jahr ermittelt die Staatsanwaltschaft wegen Betrugs- und Untreueverdachts gegen mehrere Verdächtige, darunter den langjährigen Frankfurter Awo-Chef Jürgen Richter. Sein Jahresgehalt wird auf über 300.000 Euro geschätzt und liegt weit über dem doppelten der üblichen Vorstands-Gehältern des Sozialverbandes. 

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