Diskussion Kopftuchverbot: Umstrittene Unterschriftenaktionen in Frankfurt

Am 07.09.2018 veröffentlicht

Das Thema Kopftuchverbot ist immer mit vielen Emotionen verbunden. So auch die Diskussion über das Tragen von Kopftüchern in Schulen, bei Mädchen unter 14 Jahren. Die umstrittene Gruppe "Realität Islam" macht dagegen Front und sammelt Unterschriften in Frankfurt. 

Junge Muslime sollen frei entscheiden, ob sie in der Schule Kopftuch tragen oder nicht. Die Gruppe "Realität Islam" stützt sich mit dieser Aussage auf die Religionsfreiheit, die ja schließlich zu schützen sei. Trotzdem sieht die Leiterin des Forschungszentrums "Globaler Islam", Susanne Schröter, die Unterschriftenaktion sehr kritisch. "Realität Islam" richte sich nämlich gegen den Integrationsgedanken.  

Umstrittene Unterschriften gegen ein Kopftuchverbot

Viele der Passanten unterschreiben gegen ein Kopftuchverbot. Doch die Plakate sprechen gleichzeitig von einer Wertediktatur. "Realität Islam" möchte sich nicht von Ungläubigen in ihre Religion reinreden lassen. Integration in die deutsche Kultur ist nicht erwünscht und jede Forderung diesbezüglich sei diktatorisch. Diese Art der Argumentation vertreten auch fundamentalistische Muslime. Aus diesem Grund ist der hessische Verfassungsschutz auf die Gruppe aufmerksam geworden und beobachtet sie.

Ein hohes islamistisches Radikalisierungspotenzial von "Realität Islam" schließt der Verfassungsschutz nicht aus. Die Gruppe versucht durch ihre Stellungsnahmen und die Auswahl der Leitmotive, eine Emotionalisierung der Sympathisanten zu erzielen. Ein Verbot von "Realität Islam" ist jedoch mit hohen rechtlichen Hürden verbunden. Dessen ist sich die Gruppe auch bewusst und agiert und argumentiert entsprechend geschickt. 

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