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Polizeieinsatz vor Eintracht-Spiel: Ultras sagen Choreo aus Protest ab

Vor dem Zwischenrunden-Rückspiel der Europa League zwischen Eintracht Frankfurt und dem ukrainischen Meister Schachtjor Donezk ist es zu Vorfällen gekommen. Die aufwändig geplante Choreografie ist abgesagt worden. Es gab Konflikte zwischen Fans und der Polizei.

Wie ein Sprecher der Polizei sagte, stünden zudem zwei Einsätze mit dem Spiel in Verbindung. Eine etwa 15-köpfige Gruppe teilweise vermummter Personen soll schon am frühen Nachmittag drei Gästefans aus Donezk überfallen und ausgeraubt haben. Laut Sprecher handelte es sich bei den Angreifern mutmaßlich um Eintracht-Fans. Sie sollen einem der drei Gästefans so heftig ins Gesicht geschlagen haben, dass der Mann ins Krankenhaus gebracht werden musste. Einem zweiten sei Bargeld geraubt worden. Die Gruppe befindet sich nach Angaben des Sprechers noch auf der Flucht. Die Polizei ermittelt wegen Körperverletzung und Raub. 

Eintracht kritisiert Kontrollen

Die Eintracht-Vereinsführung hat kurz vor Spielbeginn massive Polizeikontrollen und Durchsuchungen im Stadion scharf kritisiert. Die Maßnahmen der Beamten seien ausschließlich auf Grundlage einer im Netz verbreiteten Videobotschaft von Eintracht-Präsident Peter Fischer veranlasst worden und hätten keine Funde von Pyrotechnik erbracht, erklärte Vorstand Axel Hellmann: "Auch die Personenkontrollen haben nichts ergeben."

Fischer hatte in dem Video erklärt, bei dem Spiel müsse das Stadion brennen. "Das bezog sich auf das Sportliche und die Stimmung und war keinesfalls ein Aufruf zu Gewalt", sagte Hellmann. Durch den nach Ansicht des Vereins völlig überzogenen Einsatz der Sicherheitskräfte sei es den Fans nicht möglich gewesen, die 72 Stunden lang vorbereitete Choreographie zu 100 Prozent vorzubereiten. Deshalb hätten sich die Anhänger dazu entschieden, die Choreographie vor dem Spiel komplett abzubauen.

Streit um beleidigendes Banner

Gut eine Stunde vor Spielbeginn hat die Polizei ein Banner entfernt, auf dem nach Angaben eines Sprechers "Beleidigungen zum Nachteil des hessischen Innenministers" standen. Der CDU-Politiker Peter Beuth steht wegen seines politischen Engagements gegen Pyrotechnik in Fußball-Stadien in der Kritik vieler Fans. Bevor die Polizei das Banner abnehmen wollte, seien die Beamten körperlich angegangen und beleidigt worden.

Die Vorsitzende des Eintracht-Frankfurt-Fanclubverbands Ina Kobuschinski kritisierte im hr die Polizei-Kontrollen: "Das war ein Angriff nicht nur an uns Fans, sondern an den Verein und die Eintracht." Es müsse möglich sein, den Innenminister auch über ein Spruchband kritisieren zu können, "es war in meinen Augen nicht einmal beledigend."

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