Eintracht unter Druck: Schwere Flügel bei den Adlern

Am 24.08.2018 veröffentlicht

Zwei Niederlagen in den ersten beiden Pflichtspielen – schon vor dem Beginn der neuen Bundesliga-Saison steht Eintracht Frankfurt mächtig unter Druck. Nach dem katastrophalen Pokal-Aus müssen die Adler am Samstag eine deutliche Leistungssteigerung bringen.

Noch vor drei Monaten wuchteten die Eintracht-Spieler den DFB-Pokal in die Höhe. Auf dem Frankfurter Römer wurde die Mannschaft von den Fans frenetisch bejubelt. Heute – kurz vor dem Start der neuen Bundesliga-Saison – sieht das ganz anders aus. Nach einer 0:5-Niederlage im deutschen Supercup gegen die Bayern und dem peinlichen Ausscheiden in der ersten Runde des DFB-Pokals gegen den Viertligisten SSV Ulm, herrscht bei den Hessen nun totale Ernüchterung und Skepsis. Dennoch schaut Chef-Trainer Adi Hütter nach vorne: „Nach dem Pokal-Aus waren wir natürlich alle unzufrieden und enttäuscht. Trotz allem muss man dann auch versuchen, die Mannschaft wieder nach oben zu bringen, aufzurichten und wir müssen es morgen einfach besser machen als in den letzten beiden Spielen.“

Personelle Sorgen vor erstem Ligaspiel

Dass es dieses Mal nicht torlos ausgeht, dafür soll auch Neuzugang Filip Kostic sorgen. Der serbische Nationalspieler kam jüngst vom Hamburger SV und wurde von den Hessen für zwei Jahre ausgeliehen. Er soll für mehr Variabilität im Offensiv-Spiel sorgen. „Er gibt mir zusätzliche Optionen mit der Art und Weise wie er Fußball spielt“, so Hütter.

Kostic dürfte im Kader stehen, ob hingegen Kapitän David Abraham und Pokalheld Ante Rebic dabei sein werden, ist fraglich. Während sich Rebic noch mit alten Plessuren von der Weltmeisterschaft in Russland herumplagt, leidet Abraham weiter an einer Oberschenkelprellung, die er sich beim Pokal-Aus in Ulm zugezogen hat.

Am ersten Spieltag trifft die Eintracht auf den SC Freiburg. Leicht dürfte die Begegnung bei den Breisgauern nicht werden. Aus den letzten fünf Spielen zwischen beiden Mannschaften konnten die Hessen lediglich zwei Punkte holen. Auch in der vergangenen Spielzeit wurde diese Paarung am ersten Spieltag ausgetragen. Damals kamen beide Mannschaften nicht über ein 0:0 hinaus.

Der Umbruch in der Mannschaft war zu groß

Ein möglicher Grund für den holprigen Start könnte der umgekrempelte Kader sein. Zu viele Leistungsträger sind weggebrochen. Spielmacher Kevin-Prince Boateng und Marius Wolf haben den Verein verlassen. Nach 14 Jahren SGE verabschiedet sich auch Eintracht-Legende und Fan-Liebling Alex Meier aus Frankfurt. Auch Omar Mascarell steht den Hessen in der kommenden Saison nicht mehr zur Verfügung, der Spanier ist zum FC Schalke gewechselt. Besonders der Abgang von Torwart Lukas Hradecky war in den ersten Spielen zu spüren. Der neue Mann zwischen den Pfosten Frederik Rönnow agierte unglücklich.

Den größten Umbruch der Frankfurter stellte wohl der Wechsel von Niko Kovac zu den Bayern dar. Sein Nachfolger Adi Hütter hat es noch nicht geschafft, seine Mannschaft so spielen zu lassen, wie er es sich vorstellt. Bislang konnten sich auch die neuen Spieler noch nicht so gut in das System und das Spiel integrieren. Vielleicht brauchen sie nur ein bisschen mehr Zeit um sich an den neuen Verein zu gewöhnen.

Allzu lange sollte das aber nicht dauern, denn am heutigen Freitag startet wieder die neue Saison. Zwar ist noch kein Punkt geholt, das erste Spiel noch nicht angestoßen – aber was bereits jetzt feststeht: Wenn Eintracht Frankfurt zum Saisonstart nicht genug Wind zwischen den Flügeln bekommt, könnte aus dem hochgelobten Pokalsieger wieder ein wackeliger Abstiegskandidat werden.

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