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Geheimnisverrat?: Ermittlungen gegen Polizisten

Bei der Polizei kehrt derzeit keine Ruhe ein, was negative Schlagzeilen betrifft. Ein Polizist aus Hessen steht im Fokus der Behörden. Gegen ihn läuft demnach ein Verfahren wegen Geheimnisverrats.

Nach Recherchen des ARD-Magazins "Kontraste" und des "Spiegel" handelt es sich um Thomas S. aus Frankfurt. Er soll bei der umstrittenen Sicherheitsfirma "Asgaard" beschäftigt sein.

Die Staatsanwaltschaft Frankfurt führt "ein Ermittlungsverfahren wegen des Verdachts der Bestechlichkeit sowie der Verletzung des Dienstgeheimnisses", wie sie am Donnerstagabend mitteilte. Ihm wird vorgeworfen, "einer nicht angemeldeten und somit auch nicht genehmigten Nebentätigkeit für eine (mutmaßlich rechtsextremistisch beeinflusste) private Sicherheitsfirma aus Nordrhein-Westfalen, unter anderem im Ausland, nachgegangen zu sein."

Außerdem stehe der Verdacht im Raum, dass der Beamte "unrechtmäßige Abfragen aus polizeilichen Datenbanken durchgeführt hat, um sich mit den daraus gewonnenen Informationen im Rahmen seiner nicht genehmigten Nebentätigkeit persönlich zu bereichern". Gegen den Mann laufe außerdem auch ein Disziplinarverfahren, außerdem darf er seiner Arbeit nicht mehr nachgehen.

Bei den Einsätzen der Sicherheitsfirma soll die Nazizeit verherrlicht worden sein

Nach Recherchen von "Kontraste" und "Spiegel" war der beschuldigte Beamte im Irak für das Unternehmen Asgaard aus Hamm tätig. Bis vor wenigen Wochen sei auf deren Internetseite noch ein Foto von ihm zu sehen gewesen, das ihn mit zwei anderen Männern in militärischer Kleidung zeigte. Die Firma umwirbt und beschäftigt dem Bericht zufolge aktive und ehemalige Polizeibeamte und Soldaten.

In Bagdad etwa bewachen sie nach Angaben des Geschäftsführers "die diplomatische Vertretung einer arabischen Großmacht", berichtet der "Spiegel". Bei den Einsätzen der Sicherheitsfirma soll die Nazizeit verherrlicht worden sein. 

Ermittlungen auch gegen weiteren Mitarbeiter der Firma

Am 20. August durchsuchten Ermittler des hessischen LKA laut dem Medienbericht seinen Arbeitsplatz, seine Wohnung und den "Sitz der Sicherheitsfirma". Bisher gebe es laut Staatsanwaltschaft keine Anhaltspunkte, dass Thomas S. aus politischer Motivation handelte oder rechtsextrem sei, so der Bericht. Der Beschuldigte habe über seinen Anwalt erklärt, sich nicht äußern zu wollen. 

Auch ein weiterer Mitarbeiter von "Asgaard" steht demnach im Fokus der Ermittler: Am Montag sei die Wohnung des Mannes aus Neubrandenburg durchsucht worden.

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